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 Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven

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Blix
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 13 Nov 2014, 00:09

Hervorragende Arbeit! Daumen hoch Die Lok ist technisch wie optisch ein Glanzstück geworden. Ich freue mich darauf wenn die Lok dann wieder das erste mal Feuer im Kessel hat. Very Happy
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Mi 10 Dez 2014, 20:16



Mahlzeit!

Im Rahmen einer Arbeitswoche in der 49.Kalenderwoche standen die Fertigstellung der Rauchkammer und Restarbeiten an den Armaturen im Vordergrund.



Am Dienstag wurde zunächst mit dem Ausflicken und Einpassen der Passbleche an den Ausströmrohrdurchführungen der Rauchkammer begonnen.

Dies war notwendig geworden, da sich die Lage der Ausströmrohre durch das Berichtigen des Blasrohrkopfes verändert hatte. Zudem
wiesen die Passbleche auf der Innenseite starke Abzehrungen auf, die teils die Wandstärke halbiert haben.



Das Einsetzen von Flicken in die Passbleche erschien angesichts der fehlenden Blechbearbeitungsmaschinen gegenüber der kompletten
Neufertigung als bessere Lösung. Die ovalen Aussparungen für die Ausströmrohre wurden zunächst großzügig ausgeschnitten.
Anschließend erfolgten der Zuschnitt und das Biegen der Flicken.



Das Herstellen der Aussparungen nahm die meiste Zeit in Anspruch, da die unregelmäßige Form nicht ohne weiteres angerissen werden konnte.



Nach dem Einpassen der Flicken wurden diese in die Passbleche eingeschweißt und verschliffen. Es wurde auch ein Versuch unternommen
die abgezehrten Bleche durch Aufschweißen wiederherzustellen. Jedoch erwies sich dies als zu aufwendig und zeitintensiv.



Die Arbeiten an den Passblechen konnten erst am nächsten Tage abgeschlossen werden. Um die Innenseiten der Passbleche
vor weiterer Korrosion zu schützen, wurde beschlossen innenliegende Passbleche aus Kupfer anzufertigen.



Bis der Zuschnitt der Kupferbleche durch eine Firma erfolgt war, wurde der Einbau des neu gefertigten Verschlussbalkens für die Rauchkammertür
in Angriff genommen. Dafür war zunächst die Anfertigung von zwei Stück Balkenträger notwendig. Die Balkenträger wurden auf der Drehmaschine
gedreht und das notwendige Withworth-½“-Gewinde geschnitten. Die Gewinde im Rauchkammertürring wurden nachgeschnitten und die Balkenträger
eingebaut. Der Verschlussbalken musste noch etwas angepasst wurden, da die Aussparungen für die Balkenträger zu tief geschnitten waren und der
Balken dadurch auf dem Verschlussriegel aufsaß. Auch musste an der Innenseite des Balkens die Verstärkungsleiste des alten Balkens angebracht
werden, da der Verschlussriegel zu lang ist.



Nach Lieferung der Kupferblechzuschnitte wurde begonnen, die innenliegenden Passbleche anzufertigen.



Mittels Treibhammer wurden die Bleche auf dem Amboss geformt und nach dem Verschrauben in der Rauchkammer an die Einströmrohre angelegt.



Diese Arbeiten wurden am Donnerstagmittag abgeschlossen.



Nun konnte die Lok erstmals wieder angeheizt werden. Gegen 16 Uhr war ausreichend Dampfdruck vorhanden, um die Dampfstrahlpumpen
erfolgreich auf Funktionsfähigkeit zu prüfen. Die Schieberkästen wurden bei geöffnetem Deckeln gründlich mit Dampf ausgeblasen, um Schmutz
und evtl. anhaftende Strahlgutrückstände zu entfernen und die Zylinder zu schonen.Des Weiteren wurden sämtliche Flansche, Verschraubungen,
Stopfbuchsen, Waschluken und Armaturen auf Dichtigkeit und Funktion geprüft.

Dabei wurden eine Reihe von Undichtigkeiten festgestellt, die es noch zu beseitigen galt. Nachdem das Nachziehen der Linsendichtungen am
Dampfentnahmestutzen keine Wirkung zeigte, wurde der Druck abgesenkt und das Feuer nicht weiter unterhalten. Es folgte nun das Anfertigen
von Kupferblechbeilagen für die Linsen. Die Dichtsitze wurden nach Absinken des Restdruckes gereinigt und dabei starke Korrosionsnarben
festgestellt. Ob das Beilegen der Kupferbleche zum Erfolg führen würde, war zu diesem Zeitpunkt bereits fraglich.

Nach dem Ausglühen der Beilagen wurden diese umgehend eingebaut und die Maschine wieder angeheizt. Während die Linsendichtungen unter
dem Wasserstands- und Dampfentnahmestutzen nun keine Undichtigkeiten mehr aufwiesen, waren die Flansche der Frischdampfleitungen nicht
dicht zu bekommen. Die Lok wurde daraufhin am späten Abend in den Lokschuppen gefahren und abgestellt.

Am Freitagmorgen wurden die Kupferbeilagen der Frischdampfleitungen gegen solche aus Klingerit ersetzt, von denen wir uns ein größeres
Spaltüberbrückungsvermögen erwarteten. Weiterhin wurde die Speiseleitung für das vereinigte Spritzventil abgebaut und der Anschluss mit einem
eigens dafür gedrehten Stopfen blindgeflanscht. Zudem wurden die Stopfbuchsen der Frischdampfventile der Strahlpumpen und des Hilfsbläserventils,
sowie der Reglerwelle neu gepackt.



Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Lok gegen Mittag erneut angeheizt, die Undichtigkeiten waren erfolgreich beseitigt worden. Es folgte die
Funktionsprüfung der Dampfstrahlpumpen und Sicherheitsventile, sowie das vorläufige Einstellen der Schieber. Gegen 16 Uhr wurde mit den
Erprobungsfahrten begonnen. Dabei zeigte sich von Anfang an ein gutes Regulieren beider Dampfmaschinen, die in beiden Fahrtrichtungen und
verschiedenen Steuerungsauslagen geprüft wurden. Gegenüber den Fahrten im Feldbahnmuseum Herrenleite 2008, bei denen ich Gelegenheit hatte,
die Maschine selbst zu führen, war eine deutliche Verbesserung von Laufruhe und Leistung zu festzustellen.



Lediglich bei Rückwärtsfahrt mit voller Steuerungsauslage ist ein leichtes Schlagen der Steuerung, wahrscheinlich hervorgerufen durch das Steinspringen
und Spiele in der Steuerung aufgetreten. Zudem trat eine Undichtigkeit an der Schieberkastendeckeldichtung zu Tage.



Diese wurde nach dem Festziehen der Schieberstellmuttern und dem Einbau der Sicherungsbleche gegen eine neue getauscht.

Es folgten einige Rangierfahrten u.a. das Bereitstellen des Personenzuges für die Nikolausfahrten am folgenden Wochenende. Auch wurden erfolgreich
mehrere Streckenfahrten absolviert.

Für die endgültige Fertigstellung der Maschine sind nun noch einige Restarbeiten auszuführen, aber es ist schon ein riesen Fortschritt!

Da ich die meiste Zeit alleine an der Maschine gearbeitet habe und nur Abends Verstärkung bekam, sind leider diesmal nur wenige Bilder entstanden.
Dafür hier noch ein kurzes Video von einer der ersten Probefahrten:
https://www.dropbox.com/s/n8bazyq10qyb661/20141205_151847.mp4?dl=0

Ein weiteres zeigt das abendliche Ausblasen der Schieberkästen:

https://www.dropbox.com/s/1672vc9wvz21tct/20141204_221424.mp4?dl=0

Gruß Sven
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PeterP
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Mi 10 Dez 2014, 21:03

Hallo Sven,

Ohne Worte!

Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
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Marian Sommer
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 11 Dez 2014, 08:27

Hallo Sven, hallo nach Oekoven,

da wünsche ich allzeit gute Fahrt und immer eine handbreit (hochkant Laughing ) Wasser über der Feuerbüchse! Viele Grüße,

Marian.
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Frank
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 11 Dez 2014, 08:31

Applaus! Eine wunderschöne Maschine und ein ganz toller Aufarbeitungsbericht!

Viele Grüße, Frank.
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febagco
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BeitragThema: Danke   Do 11 Dez 2014, 13:04

Hallo Sven

Danke auch aus Schlanstedt für diesen schönen Aufarbeitungsbericht. Da bekommt man gut mit, wie viel Arbeit und auch persönliches Engagement in so einer Lokaufarbeitung steckt. Hierfür gebührt allen Beteiligten absoluter Respekt!
Jetzt habt ihr hoffentlich viele Jahre ordentlich Freude und Spaß an dieser tollen Maschine.

wünscht FebAGCo
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 11 Dez 2014, 13:52

Respekt, ganz tolle Leistung!!!
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timobahn
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 11 Dez 2014, 17:43

Hallo Sven,

vielen Dank für den interessanten Bericht und meinen Respekt für die geleistete Arbeit.

Viele Grüße
Timo
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Maschinist
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Do 11 Dez 2014, 20:22

Mahlzeit!

Danke für die Blumen, es hat auch viel Spaß gemacht und man hat jede Menge dazulernen können, zumal so mancher Arbeitsschritt vollkommenes Neuland war.

Hier noch ein Blick zurück als die Lok 2008 auf der Herrenleite zu Gast und in jeder Hinsicht in einem ganz anderen Zustand war:



Gruß Sven
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Blix
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BeitragThema: Re: Hauptinstandsetzung Jung 9294/1941 beim FWM Oekoven   Fr 12 Dez 2014, 01:11

Sven, ganz hervorragende Arbeit die du und die Oekhovener dort geleistet habt! Toll zu sehen das dort jetzt eine beinahe fabrikneue Lok auf dem Hof steht.
Damit sind dieses Jahr ja wirklich außergewöhnlich viele Feldbahndampfloks wieder zurück gekehrt. Daumen hoch
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