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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Sa 16 Mai 2020, 14:22
Wir hatten das Glück, Ende 2019 zwei Ruhrthaler G150H-H/2 Lokomotiven von der RAG übernehmen zu dürfen, an diesem Punkt vielen Dank an die RAG und die Verantwortlichen!
Ziel war es, zumindest ein Exemplar dieser mächtigen Gruben-Doppellokomotiven der Nachwelt zu erhalten, dazu soll aus den beiden Lokomotiven eine betriebsfähige Lokomotive neu aufgebaut werden, die zweite Lok wird hierfür als Ersatzteilspender dienen.

Bei den beiden Lokomotiven handelt es sich um die folgenden Exemplare:

- Ruhrthaler G160H-H/2 Fabr. Nr. 4111, Baujahr 1979, Umbau ca. 1993 in G150H-H/2 und Modernisierung, zuletzt als "54" auf Prosper-Haniel
- Ruhrthaler G160H-H/2 Fabr. Nr. 4170, Baujahr 1981, Umbau ca. 1993 in G150H-H/2 und Modernisierung, zuletzt als "51" auf Prosper-Haniel

Die G160H-H/2 bzw. G150H-H/2 zählen mit 12 Metern Länge zu den größten Grubenloks, die je bei der Firma Ruhrthaler gebaut wurden. Eine Lok besteht aus Motorwagen und angetriebenem Bremswagen, beide haben ein Gewicht von jeweils 16t, insgesamt somit recht stattliche 32t. Die Verbindung zwischen den beiden Loks erfolgt über eine stillstehende Kardanwelle als Zug- und Stoßvorrichtung, sowie einer angetriebenen Kardanwelle, die für den Antrieb des Bremswagens sorgt. Somit sind alle 4 Lokomotivachsen angetrieben, damit ergibt sich eine Zugkraft von beachtlichen 60kN. Der Motor ist ein KHD A6M816 mit 6 Zylindern, gedrosselten 165PS und etwas über 15 Litern Hubraum.

Unsere Lokomotiven besitzen einen verbreiterten Rahmen, da sie ursprünglich für 750mm-Spur an die Zeche Walsum geliefert wurden und erst später, auf 585mm umgespurt, auf Prosper-Haniel eingesetzt wurden, wo sie zuletzt 2019 in Verwendung waren. Bei der Zerlegung wurde leider relativ zeitsparend vorgegangen, die Loks wurden sehr grob zerlegt, was uns inbesondere in Bezug auf die komplexe Elektronik noch vor einige Aufgaben stellen wird. Die wesentlichen Bauteile waren jedoch bis auf die Motoren und einige kleinere Teile vorhanden, als Ersatz konnten zwei revidierte Motoren angekauft werden.

Als erstes gibt es Fotos vom Zustand bei der Abholung im Oktober 2019:

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Über die Aufarbeitung werde ich hier in unregelmäßigen Abständen berichten.
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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Sa 16 Mai 2020, 21:20
Hallo,

sehr interessant! Freue mich auf den Bericht .. das ist ja mal was ganz anderes! Sollen die Loks auf 600mm umgesput werden?

Gruß Michael
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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am So 17 Mai 2020, 10:14
Nein, die Loks bleiben auf 585mm, da fast unser gesamter Fuhrpark auf 580mm fährt, somit passt das für uns perfekt!
Die Challenge wird woanders liegen:

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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Mi 20 Mai 2020, 01:15
Hallo,

ein sehr interessantes und ambitioniertes Projekt! Sehr schön das sich auch jemand solcher modernen, aber genau so schon ausgemusterten, Technik annimmt. Wenn ich mir die Elektronik so anschaue dann habt ihr euch aber echt was vorgenommen. Shocked
Aber hättest du auch mal ein Bild wie die Lok komplett aussieht? Da bekommt man mal eine bessere Vorstellung wie die mal wieder aussehen soll.

VG Felix
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am Mi 20 Mai 2020, 10:54
Hallo Felix!

Hier sieht man bei 2:39 so eine Lokomotive durchs Bild fahren:

Die Elektronik wird eine Herausforderung, eventuell kann man das auch etwas simpler verkabeln. Die Lok kann vieles, was man aber nicht unbedingt für den Museumsbetrieb benötigt, z.B. Abgastemperaturüberwachung für Schlagwetterschutz, Feuerlöschanlage, Personenzugüberwachung, Mobilfunkanlage, etc.
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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Mi 20 Mai 2020, 13:41
Vielen dank! Jetzt kann ich mir besser ein Bild machen. Dann auf jeden fall weiterhin viel Erfolg bei dem ambitionierten Projekt. Daumen hoch

VG Felix
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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Mi 20 Mai 2020, 21:24
Glückwunsch zur Neuerwerbung! Ihr habt euch eine bemerkenswerte Lok in eure Sammlung geholt. Allerdings auch ein sehr ambitioniertes Aufarbeitungsprojekt begonnen, wenn ihr die Lok betriebsfähig machen wollt.
Ich stand vor ähnlichen Problemen bei meiner Rensmann RD4. Mittlerweile bin ich durch die Hydraulik und Elektrik/Elektronik durch und kann euch zumindest bestätigen. In der Elektronik lassen sich einige Sicherheitskreise abschalten oder ersetzen. Gerade bei unserer Maschine, die ja ein Umbau einer Deutz GG90B ist, würde im Prinzip alles mit mechanischen und hydraulischen Steuerungen funktionieren. Beispielsweisel kann man diverse elektrisch angesteuerte Hydraulikventile über eine simple 12 V-Schaltung ansteuern. Das kann im einfachsten Fall ein vom Lokfahrer überwachter Kippschalter sein, oder elektrische Relais oder speicherprogrammierbare Steuerungen. Unter Umständen ist es sinnvoll, hier Abhängigkeiten zu programmieren. Beispielsweise ist es kein Problem, das Hauptventil und die Fahrstandszuordnung der Bedienelemente über Schlüsselschalter anzusteueren; etwas aufwendiger ist dann schon die Rekonstruktion der Sifa-Schaltung. Temperatur- und Drucküberwachung kann der Lokfahrer übernehmen und im Notfall den Not-Aus-Schalter drücken. Inwiefern die Lok aber nach diesen Umbauten noch für eine Personenbeförderung zugelassen wird, tja, die Frage bleibt.
Was meine RD4 angeht, so bin ich gerade erst mit der Umspurung durch und rekonstruiere die komplett fehlende Bremsanlage passend zur neuen Spurweite. Im Juni oder Juli wird die Maschine eingeachst und kann dann zumindest schon wieder rollen.
Wünsche viel Erfolg bei der Restaurierung!
Stefan
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Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2 Empty Re: Aufarbeitung Ruhrthaler G150H-H/2

am Sa 27 Jun 2020, 10:53
Die Aufarbeitung ist im Laufen, es wird allerdings ein Aufarbeitung, die ca. 2-3 Jahre dauern wird. Prinzipiell versuchen wir immer, den Originalzustand inkl. Lackierung zu erhalten, allerdings ist der Lack in sehr schlechtem Zustand, da unter Tage offenbar nicht geschliffen werden durfte, somit immer nur dick überlackiert wurde. Der Lack steht jedenfalls überall weg, da sind lauter Rostblasen darunter. Somit haben wir entschieden, mit den Kabinen zu beginnen, diese werden komplett entkernt und abgeschliffen, danach neu grundiert und lackiert.

@ Stefan: Es ist uns mittlerweile gelungen, ein Konzept zur Wiederinbetriebnahme zu finden. Wir werden die komplette Elektronik im derzeitigen Zustand weglassen und die wenigen notwendigen elektronischen Teile neu konstruieren (Führerstandswahl, Sifa, Notaus). Die Lok selbst fährt und bremst tatsächlich rein hydraulisch.

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Andreas Voß, Jürgen Wening, db1, lorenpapst und RSE V13 mögen diesen Beitrag

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