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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 36 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

Di 29 Jun 2021, 14:49
Mahlzeit,

weiter geht es mit dem nächsten Bericht: Am 13. Juni wurden der Wasserstandsschutzkorb und das Zylinderentwässerungsventil in Žamberk an die Lok angebaut​.

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Blick durch das geöffnete Lokschuppentor des alten Schuppens, wo die Maschine derzeit auf die Demontage wartet.

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Die Jung befindet sich hier in guter Gesellschaft, im Vordergrund ist das bereits fertig aufgearbeitete Fahrwerk der Budich 1028/1944 Nr. 3 des DDM Neuenmarkt-Wirsberg zu sehen.

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Der überarbeitete Schutzkorb für den Wasserstand ist angebaut und die Strichplatte eingesetzt.

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Nach dem Einsetzen des Drahschutzglases wurde etwas Wasser in das Glasrohr gefüllt, um den Effekt der Strichplatte zu prüfen. Gegenüber dem vorherigen Zustand ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

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Somit sind die Arbeiten am Wasserstand abgeschlossen.

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Nun folgte der Einbau des neu gefertigten Zylinderentwässerungsventils. Dafür war das Schutzblech am vorderen Zylinderdeckel zu lösen.
Die Schutzbleche sind eine Erfindung der Steinbruch-Werkstatt und halten die Schienen bei geöffneten Entwässerungsventilen trocken und ölfrei, was bei den in Bernbruch vorhandenen Steigungen von bis zu 60 Promille von enormer Bedeutung gewesen ist.

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Nach dem Reinigen der Gewindebohrung und der Dichtfläche am Zylinder wird das Ventil eingeschraubt.

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Das Ventil ist ausgerichtet und die Nockenstange kann eingesetzt werden.

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Mit dem nunmehr demontierbaren Gabelkopf ist die Montage der Nockenstange viel einfacher als zuvor.

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Der Zylinderventilzug ist angebaut und das Schutzblech wieder an seinem Platz.

Soweit für heute,

Gruß Sven




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Di 29 Jun 2021, 15:20
Mahlzeit,

wie immer hübsche Kleinarbeit zeigst du hier!

Nur eine Anmerkung: Die Strichplatte dürfte aus einem nichtrostenden Stahl (CrNi-Stahl) und nicht aus einem Edelstahl gefertigt sein. Wink
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Di 29 Jun 2021, 15:55
Mahlzeit Felix,

Ich weiß ja, dass du gern den Klugscheißmodus nutzt, deshalb will ich dir gern etwas zum Werkstoff erläutern. Die Strichplatte besteht aus 1.4301, dem ersten in größerem Umfang vertrieben rostfreien Chrom-Nickel-Stahl. Die rostfreien Stähle sind eine Untergruppe der Edelstähle nach EN10020. Historisch gewachsen ist die landläufige Bezeichnung "Edelstahl" für rostfreie Stähle, die Werkstofftechnik bezeichnet damit aber allgemein Stähle mit hohem Reinheitsgehalt an Legierungselementen, von denen die rostfreien Stähle eine Untergruppe bilden.

Ich wollte es nicht zu akademisch machen, gleichwohl sind mir die Unterschiede bekannt.

Gruß Sven

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Di 29 Jun 2021, 16:26
Na Sven, du legst doch sonst auch großen Wert auf Details.  Wink

Seit mein Prof. ein Jahr lang darauf herumgeritten ist, bin ich da etwas sensibel:
Seit 2000 unterscheidet die EN 10 020 in:
- unlegierte Qualitäts- bzw. Edelstähle
- nichtrostende Stähle
und
- (anders) legierte Qualitäts- bzw. Edelstähle

Ausdrücklich gibt es dabei KEINE nichtrostenden Edelstähle!

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Mi 30 Jun 2021, 09:47
Mahlzeit Felix,

wismarwagen schrieb:Seit mein Prof. ein Jahr lang darauf herumgeritten ist, bin ich da etwas sensibel:

wenn du sonst keine anderen Sorgen hast, empfehle ich dir mal ein wenig in die Praxis zu gehen. Da ist man etwas entspannter, was solche Befindlichenkeiten angeht.
Ansonsten gibt es da sicher auch irgendwo Selbsthilfegruppen ;-)

Als ich vor 25 Jahren als Praktikant im Werkzeugbau die ersten Teile an einer ungarischen KART E2N gefertigt habe, hatte der Meister eine einlaminierte Liste mit den alten Werkstoffbezeichnungen und den "neuen" Werkstoffnummern auf der rechten Seite der Spänewanne kleben. Für ihn war alles unterhalb von C45 (für dich 1.0503) einfaches "Eisen" weil man damit außer Zerspanen nicht viel anfangen konnte. Nun stell dir mal vor, ich wäre da mit dem akademisch erhobenen Zeigefinger gekommen und hätte ihn über die wissenschaftlich korrekte Werkstoffbezeichnung belehrt...

Gruß Sven

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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 36 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

Mi 30 Jun 2021, 10:45
Diese Debatte ist nicht neu, das habe ich bereits 86 in der Ausbildung eingetrichtert bekommen. Im Volksmund ist mit Edelstahl einfach CrNi Stahl gemeint. Es wird ja auch von Eisen gesprochen, wenn die Stahl meinen, Eisen gibt es nur im Bergwerk.
Ansonsten sind deine Berichte an Ausführlichkeit nicht zu überbieten Daumen hoch Über die "Edelstahl"Platte bin ich beim Lesen auch gestolpert, und dachte noch, wenn sich da mal keiner dran aufgeilt... Very Happy

_________________
Grüße, Matthias

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Di 13 Jul 2021, 10:10
Mahlzeit!

Es gibt wieder etwas Neues aus der Werkstatt zu berichten: Der neue Absperrhahn für die Dampfpfeife entsteht. Der alte Hahn war ein Eigenbau der Steinbruchwerkstatt aus mehreren zusammengelöteten Einzelteilen. Die Lötstellen waren von Poren durchzogen und leider trotz nachlöten nicht mehr dicht zu bekommen.

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Das Hahngehäuse wurde aus Rg7 (CuSn7ZnPb 2.1090) Rundmaterial gedreht. Für das Vordrehen habe ich die einzelnen Durchmesser mit im Anreißlack markiert.

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Die Kontur nimmt Gestalt an.

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Nach dem Vordrehen des Gehäuses' wurde die Bohrung für das Küken angerissen und mit einer Zentrierbohrung versehen.

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Die Zentierung dient zum Ausrichten der Rohteils im Vierbackenfutter.

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Das Einspannen und Einrichten im Vierbackenfutter.

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Die Bohrung wurde zunächst vorgebohrt und anschließend mit einer Neigung von 1:6 ausgedreht.

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Da die Hofstetter&Co S6 nicht über ein Leitlineal verfügt, musste ich den Oberschlitten um den entsprechenden Winkel verdrehen.

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Ausdrehen der Kegelbohrung mit der Bohrstange.

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Die Bohrung ist fertig.

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Die Rückseite ist leicht angesenkt, um der Hahnscheibe eine plane Auflagefläche zu bieten.

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Das Hahnküken musste ebenfalls neu gefertigt werden, lediglich der Handgriff kann wiederverwendet werden.

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Der Konus wurde mit der gleichen Einstellung des Oberschlittens gedreht wie die Bohrung im Gehäuse zuvor. Die Pappe am Wendeplattenhalter dient als Späneschutz.

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Der Konus ist vorschruppt.

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Der Kegel wird in die Bohrung eingepasst.

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Dabei war zu beachten, dass das dünne Ende des Kegels noch nicht aus der Bohrung herausschaut und von der Hahnscheibe unter Spannung gehalten werden kann.

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Auf der UNION-WERK Präzisionsdrehmaschine von 1939 wird das 1/2" Whitworth-Gewinde gedreht.

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Das Hahngehäuse und das Hahnküken sind vorgerdreht und eingepasst.

Weiter geht es im nächsten Bericht.

Gruß Sven

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Di 13 Jul 2021, 14:08
Mahlzeit!

Der neue Absperrhahn für die Dampfpfeife ist fertiggestellt worden, im Folgenden berichte ich über die letzten Arbeitsschritte:

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Im nächsten Schritt wurde das Durchbohren von Hahngehäuse und Küken in einer Aufspannung vorbereitet. Die Bohrung wurde aus zwei Gründen erst jetzt durchgeführt. Zum Einen konnte der Konus sauber und ohne einen unterbrochenen Schnitt gefertigt werden, zum Anderen ist damit sichergestellt, dass beide Teile der Bohrung konzentrisch sind.

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Das Küken wurde zuvor eingeschliffen.

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Mit dem längsten verfügbaren 8 mm Bohrer wurde beide Teile durchbohrt. Die Länge der Bohrung beträgt insgesamt 135 mm.

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Für die weitere Bearbeitung der Drehteile wurde der Vertex Rundtisch auf der Stanko 675 P Fräsmaschine eingerichtet.

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Zunächst wurde das Hahngehäuse aufgespannt. In Ermangelung eines passenden Reitstocks wurde mit einem Spannprisma als Gegenlager gearbeitet.

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Am unteren Bereich des Gehäuses war ein Sechskant mit 41 mm Schlüsselweite zu fräsen.

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Fräsen des Sechskantes.

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Die Fräsarbeiten am Hangehäuse sind beendet, die Kanten entgratet.

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Das Hahnküken wurde im Anschluss bearbeitet. Die Bohrung war zu einem Langloch zu erweitern und der Vierkant für die Hahnscheibe zu Fräsen.

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Da das Gewinde bereits geschnitten war, musste die Bundmutter zum Schutz des Gewindes beim Spannen aufgeschraubt werden.

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Am Hahngehäuse wurden nun die beiden Gewindeanschlüsse hergestellt. Auf der rechten Seite ein W35x1/11" nach Krauss Werksnorm, auf der linken Seite W23x1/10" nach LON 286. Beide Gewindeformen haben einen metrischen Nenndurchmesser, jedoch eine davon unabhängige zöllige Steigung.

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Zu Kontrolle der Gewinde habe ich mir zuvor diese Lehrringe angefertigt.

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Die Gewinde sind fertiggestellt. Die Verwendung von zwei unterschiedlichen Gewindesystemen in einem Bauteil resultiert aus der Verwendung von Armaturen zweier Hersteller an der Jung 8293. Während der Dampfentnahmestutzen bei Jung schon mit der Einführung der LON Mitte der 20er Jahre mit dem 10-Gang-Gewinde versehen wurde, war nutzte Krauss bis in die 40er (dann als Krauss-Maffei)außer bei Staatsbahnlieferungen noch das eigene 11-Gang-Gewinde. Als die Ersatzteilvbestände für die Jung vermutlich Ende der 50er Jahre aufgebraucht waren, griff die Werkstatt der Fa. Halbach aus die durch die Vielzahl an Krauss-Lokomotiven im Bestand vorhandenen Ersatzteile zurück und war gewungen beide Gewindesysteme zu verwenden.

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Alter und neuer Absperrhahn im Vergleich. Der alte Hahn hatte bereits ein sehr stark abgenutztes unteres Anschlussgewinde (0,9 mm unter Nenndurchmesser), keinen Bund an der Dichtfläche, der eine Gratbildung beim Anziehen mit dem Maulschlüssel verhindert und war im oberen Teil stark undicht. Die Schlüsselweite des handgefeilten Sechskanstes betrug 38-39 mm. Daher wurde die neue Ausführung etwas in der Ausführung verbessert.

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Der fertige Absperrhahn ist zusammengebaut. Handgriff, Hahnscheibe, Schraubenfeder und Bundmutter wurden vom Altteil übernommen.

Im nächsten Bericht widmen wir uns der Dichtigkeitsprüfung und dem Anbau im Führerstand der Lok.

Gruß Sven


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Di 13 Jul 2021, 15:24
Hallo Sven,

ich bin begeistert wie du hier mit einer Präzision deine Arbeiten vorstellst.
Gefällt mir als "Hobbymetaller" der eigentlich im Sessel furzt sehr sehr gut. Gerade für jemanden mit Technikbezug sind deine Arbeitsschritte absolut nachvollziehbar - aber ich glaube das habe ich schon geschrieben.

Ich freue mich auf weitere Berichte zur Aufarbeitung.

Gruß
Christian

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Di 13 Jul 2021, 21:23
Mahlzeit Christian,

Genau das ist auch mein Anspruch, da ich viele Sachen auch in dieser Art und Weise von anderen Projekten gelernt habe.

Neues gibt es mittlerweile aus Žamberk: Der Führerstand ist seit dem Wochenende wieder komplett, der neu gefertigte Absperrhahn für die Dampfpfeife wurde heute montiert. Zuvor ist er in der heimischen Werkstatt erfolgreich einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen worden.

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Mit Hilfe der Manometer-Prüfpumpe wurde der Absperrhahn auf Undichtigkeiten geprüft.

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In der geöffneten Stellung des Absperrhahns wurde er mit aufgeschraubtem Pfeifenventil getestet.

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Beim anstehenden Besuch der Maschine am Wochenende wurde der Absperrhahn angebaut. Erfügt sich gut in die Umgebung der anderen Armaturen ein. Mit der Zeit wird er etwas nachdunkeln und nicht mehr so hervorstechen.

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Damit sind die Führerstandsarmaturen wieder komplett.

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Im August ist der nächste Arbeitseinsatz in Zamberk geplant.

Soweit für heute, bis zum nächsten Bericht,

Gruß Sven

M. Scholz, Torsten Köhler, Krohny, Feldbahner-Nicklheim, AFA, titus, deutzl und mögen diesen Beitrag

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