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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 31 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

am Mi 30 Sep 2020, 13:43
Mahlzeit!

Nachfolgend ein weiterer Bericht aus der Lokwerkstatt: Das Hauptventil wurde fertig bearbeitet, die Linsensitze am Reglergehäuse nachgearbeitet und das Entlastungsventil aufgelötet.

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Überdrehen der Außenkontur des Hauptventils.

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Nachdem die Außenkontur fertig gedreht war, sind der neue Ventilkegel und die Führungsflächen sichtbar.

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Nun konnte der Ventilsitz für das Entlastungsventil gedreht werden.

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Damit waren die Arbeiten auf der Drehmaschine vorerst beendet und der Ventilkörper wurde auf der Fräsmaschine weiter bearbeitet.
Zunächst erfolgte das Fräsen der Aussparungen im oberen Führungsring, durch die der Dampf nach dem Öffnen des Ventils in die Einströmflansche des Reglers strömt.

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Ein Überblick über die Aufspannung auf der Malick&Walkows Universalfräsmaschine von 1955. Die Bearbeitung erfolgte in mehreren Schritten, die jeweiligen Winkel werden mit dem Teilapparat eingestellt.

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Der verbleibende Steg wird herausgefräst.

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Der Fräskopf musste für die Arbeit geneigt werden, damit die Schlitze bis in den Freistich zwischen Dichtfläche und Führungsring gefräst werden können, um ein Überströmen des Dampfes auch auf den ersten Millimetern des Ventilhubs zu ermöglichen.

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Das fertig bearbeitete Hauptventil nach dem Entgraten und Einschleifen.

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Die Reparatur ist gelungen, der Meister zufrieden mit seinem Werk ;-)

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Nun folgte das Auflöten des Entlastungsventils mit Messinglot, das zum Auftragen besser geeignet ist, als Silberlot.
Zum langsamen Abkühlen wurde es anschließend in die Schweißdecke gehüllt.

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Inzwischen wurde auch das Reglergehäuse weiter bearbeitet. Die neue Stanko 675P leistet dabei hervorragende Dienste, da sie über eine Pinole mit 60 mm Hub verfügt und das Nachsetzen der Linsendichtsitze bei geneigtem Fräskopf möglich macht.

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Die mit der Fräse übernommenen Winkelfräser kommen dabei zum Einsatz. Für die Linsensitze benötigt man üblicherweise 2 verschiedene Winkel. Hier im Bild ist der 60°-Fräser zu sehen. Die eigentliche Dichtfläche wird mit einem 135°-Fräser gefertigt.

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Die Schraubenlöcher in den Flanschen werden aufgerieben. Die Reibahle hat keinen Vierkant, sondern nur eine abgefräse Fläche, so das ein Drehherz statt eines Windeisens als Antrieb dient.

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Für die Bearbeitung des Domflansches wurde der Fräskopf um 90° gedreht und das Gehäuse auf den wieder angebauten Maschinentisch gespannt.

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Da ein passender Winkelfräser ausreichenden Durchmessers fehlte,wurde die Dichtfläche mit einem geschliffenen HSS-Stahl bearbeitet.

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Die Dichtfläche ist für eine 11 mm breite Schnittbreite sehr gut geworden.

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Hier noch eine Detailaufnahme des Drehstahls.

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Rund 1 mm musste von der korrodierten Dichtfläche bis zum sauberen Grundwerkstoff abgetragen werden.

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Nach dem das aufgelötete Entlastungsventil abgekühlt war, konnte es auf den passenden Durchmesser abgedreht werden. Der mitlaufende Ring am Drehfutter dient aus Lehrring, da ich mit den vorhandenen Messmitteln eine dreiflüglige zylindrische Fläche schlecht messen kann.

Soweit bis hierher, wir lesen uns beim nächsten Bericht.

Gruß Sven

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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 31 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

am Do 01 Okt 2020, 14:19
Mahlzeit!

Neues aus der Werkstatt: der Regler ist fertig! In einem mehrtägigen und -nächtigen Kraftakt wurde der Regler am Abend des 10. September fertiggestellt und zusammengebaut. Am nächsten Tag stand bereits die Montage in Weißwasser an, damit die Maschine pünktlich zur Fahrzeugparade anläßlich des 125 jährigen Bestehens der Waldeisenbahn Muskau äußerlich wieder komplett ist. In den vergangenen Monaten wurden rund 120 Arbeitsstunden und mehr als 300€ an Material investiert.

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Das Entlastungsventil nach der Endbearbeitung und dem Einschleifen. Die Überwurfmutter und der Ventilstößel ist montiert.

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Das Entlastungsventil mit Passscheibe und Sicherungsmutter nach der Aufarbeitung.

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Nun wurden die Lagerbuchsen für die Reglerwelle aus Rotguss gedreht. im Bild zu sehen die feste Lagerbuchse, welche in das Gehäuse eingepresst wird.

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Das Einziehen erfolgt auf der Hydraulikpresse.

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Wegen der Platzverhältnisse muss die Presskraft über einen Druckstempel erfolgen, der durch die Stopfbuchse geführt wird.

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Im Anschluss konnte die Reglermechanik probeweise zusammengebaut werden.

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Sitz der Reglerwelle in der Lagerbuchse durch die Blindverschraubung gesehen.

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Drehen der zweiten Lagerbuchse im nächsten Schritt, die zur besseren Montierbarkeit einen Schiebesitz im Gehäuse haben muss.

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Nach dem Einsetzen der zweiten Lagerbuchse wurde noch die Position der Bohrung für die Sicherungsschraube markiert und diese anschließend gebohrt.

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Die Lagerbuchse wird mit einer 3/8" BSW Schraube gegen verdrehen und verschieben gesichert. Die Schraube wurde zuvor nachgeschnitten und vorhandener Grat am Halbrundkopf mit Schlitz entfernt. Mit der fertigen Lagesicherung konnte auch die Stärke der Passscheibe bestimmt werden, die das Seitenspiel der Reglerwelle in den notwendigen Grenzen hält und links zwischen der eingepressten Lagerbuchse und dem Wellenvierkant.

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Hier entsteht gerade die neue Stopfbuchse aus Rg7. Ich versuche immer Werkstücke aus dem gleichen Werkstoffe hintereinander zu bearbeiten, um die Maschine nicht ständig reinigen zu müssen. Das gibt sonst beim Schrotthändler Ärger, wenn er mit dem Magneten durch die Späne geht.

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Beim Drehen von Rotguss nutze ich einen auf dem Stahlhalter montierten Schutzschild gegen den Späneflug. Das Tragen einer Schutzbrille ist selbstverständlich.

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Bearbeiten der Bohrung mit einer langen HM-Bohrstange.

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Abtrennen der fertig gedrehten Stopfbuchse mit dem Abstechstahl.

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Die Stopfbuchsbrille war noch umfangreich aufzuarbeiten. Der Flansch ist mit einem "L" gestempelt und hat nachgearbeitete Bohrungen. Ursprünglich war der Bohrungsabstand kleiner, somit ist es kein Originalteil. Vermutlich stammt es von einer der Krauss-Lokomotiven der Carl Halbach AG. Typisch für die Steinbruch-Werkstatt ist die Art der Anpassung: in die alten Bohrungen wurde ein Gewinde geschnitten, Gewindestücken eingeschraubt und dann der Überstand vernietet. Die neuen Bohrungen wurden anschließend mit einem größeren Abstand durch die Trennlinie gebohrt. Man hätte die Löcher auch einfach zuschweißen können, doch wie bereits mehrfach festgestellt, waren Schweißarbeiten im Gegensatz zum Nieten kein Fügeverfahren, das die Werkstatt von Halbach auszeichnete.

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Nach dem Entrosten war die Stopfbuchsbrille im zylindrischen Teil zu erneuern. In der Bohrung sind Reste von Gewindebohrungen zu erkennen, mit denen die Ursprüngliche Stopfbuche einst gegen verdrehen gesichert war.

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Die Stopfbuchsbrillen sind üblicherweise aus einem Stück Stahl geschmiedet. War das um 1900 noch vielfach Handarbeit, wurden solche vielfach benötigten Formteile mit Beginn des Ersten Weltkrieges meistens im Gesenk geschmiedet.  Der Außendurchmesser ist stark korrodiert und 1,5 mm unter Maß. Nun stellte sich natürlich die Frage, was macht man damit? Letztlich wollte ich möglichst viel originale Substanz erhalten und den Charakter der Teile erhalten. Daher entschloss ich mich, nur den zylindrischen Teil zu erneuern und den Flansch so wie er war zu erhalten. Davon abgesehen, hätte ich nicht genügend Zeit gehabt, um einen neuen Flansch aus dem Vollen zu schneiden oder gar die ganze Stopfbuchsbrille aus einem Stück zu zerspanen.

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Der Flansch der Stopfbuchsbrille wurde daher zunächst bis auf den Außendurchmesser des zylindrischen Teils ausgedreht. Diese Variante hat den Vorteil, dass zum Spannen ein normales Dreibackenfutter verwendet werden kann und man nicht auf die Planscheibe mit viel Ausrichterei angewiesen ist.

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Der Innendrehzahl bricht durch die Oberfläche des zylindrischen Teils.

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Der Flansch ist abgetrennt und muss nur noch entgratet werden.

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Der Grat wird sauber abgedreht, um eine gute Anlagefläche für den neun zylindrischen Teil zu erhalten. In der rechten Bohrung sind Reste des Gewindes vom früheren Umbau zu sehen.

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Immer mal wieder wird man dran erinnert: Besser zweimal messen und einmal zustellen 😅
Beim Ausdrehen der Hülse für den zylindrischen Teil der Stopfbuchse habe ich 1/10 zu viel zugestellt. Die Stopfbuchse aus Rotguss hatte ich schon fertig bearbeitet, da nach jedem Zerspanen von Buntmetall die Drehmaschine zu reinigen ist, um die kostbaren Späne nicht mit Stahlspänen zu verunreinigen.

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Im zweiten Versuch ist die Hülse gelungen.

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Die Hülse wurde nun in den Flansch eingepresst. Die beiden Fasen bilden die Vorbereitung für die Schweißnaht.

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Beide Teile wurden nun mit einer WIG-Naht verschweißt.

Gleich geht es weiter im 2. Teil

Gruß Sven

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am Do 01 Okt 2020, 16:28
Teil 2 der Regler-Fertigstellung:

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In der Zwischenzeit war die Stopfbuchse abgekühlt und konnte bearbeitet werden. Auf der Drehmaschine wurde der Nahtüberstand entfernt.

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Nun konnte auch die Stopfbuchse eingepresst werden.

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Nachdem auch die Ölbohrung hergestellt war, konnte die Stopfbuchse montiert werden.

Als nächstes widmete ich mich dem Reglerwellenhebel.

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Die Bohrung mit Passfeder im Reglerwellenhebels war ausgeschlagen und musste erneuert werden.

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Die Bohrung sollte für die richtige Funktion ein leichter Treibsitz sein. Winkelstellung und Kraftübertragung erfolgt durch einen Nasenkeil. Zusätzlich war eine querliegende Kegelstiftverbindung vorhanden.

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Nachdem ich das Zuschweißen und Neubohren als Reparaturmöglichkeit wegen des enormend Volumens verworfen hatte, blieb nur das Ausbohren und Ausbuchsen übrig.

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Da die Buchse die Keilnut einbeziehen musste, wurde großzügig auf der Fräsmaschine ausgebohrt.

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Die Buchse entstand vollständig auf der Drehmaschine, da der Aufwand den Stoßkopf an die Fräsmaschine anzubauen für eine Keilnut zu groß erschien und ich keine passende Räumnadel vorrätig hatte.

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Die Spindel wurde im kleinsten Gang geklemmt und die Nut von Hand mit einem HSS-Stoßmeißel im Oberschlitten gestoßen.

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Die fertige Buchse wurde nun ausgerichtet und in den Hebel eingepresst.

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Noch einen Detailaufnahmen: Die Buchse fertig zum Verschweißen, beide Teile sind zur Nahtvorbereitung angefast.

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Mittels WIG-Verfahren wurde die Buchse von beiden Seiten her eingeschweißt. Die seitlichen Stiftlöcher wurden ebenfalls angefast und zugeschweißt.

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Nach dem Abkühlen wurden die Nähte verschliffen und der Hebel mit dem Schonhammer auf die Welle getrieben. Der Nasenkeil wurde eingepasst und nun konnte auch das neue Stiftloch gebohrt werden.

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Letzte spanende Bearbeitung war das Aufreiben des Stiftloches mit der Kegelreibahle 1:50. Das Reiben von Kegelstiftlöchern ist immer etwas zeitaufwendig, da der Kegelstift genau eingepasst werden muss, damit er nicht zu weit eingetrieben wird. Ansonsten kann er nicht mehr nachgesetzt werden. Eine eher meditative Aufgabe ;-)

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An der Überwurfmutter des Entlastungsventils wurde die fehlende Sicherungsschraube ergänzt, die ein selbstständiges Lösen verhindert.

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Die Sicherungsmutter am Fuß des Entlastungsventils wurden montiert und mit einem Kupferdraht gesichert.

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Am späten Abend ist es geschafft, die Reglerwelle ist eingebaut.

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Etwas Liebe zum Detail: der Reglerwellenhebel mit Nasenkeil und Kegelstift. Unter der Farbe kam die eingeschlagene Fabriknummer zum Vorschein. Die Hebel waren ursprünglich nicht lackiert und so habe ich ihn auch blank gelassen.

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Nun noch den Deckel montiert und das Tagwerk war geschafft. Die Reparaturen fallen optisch nicht unangenehm auf, auch dahingehend ist die Arbeit erfolgreich gewesen.

Soweit für heute, bis zum nächsten Bericht, in dem es dann um den Anbau an die Lok geht.

Gruß Sven

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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 31 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

am Di 06 Okt 2020, 13:08
Mahlzeit!

Der Regler ist wieder an seinem Platz! Am am 11.Spetember wurde der aufgearbeitete Regler wieder an die Lok gebaut. Am Nachmittag nahm die Maschine an der Lokparade anlässlich der 125-Jahr-Feier teil.

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Die Jung 8293 wird von einer Ns2f und der Brigadelok 99 3315 aus dem Lokschuppen im Bahnhof Teichstraße gezogen.

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Der aufgearbeitete Regler liegt bereit zum Anbau. 52 kg sind gerade noch von einem Mann zu bewegen.

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Vor dem Anbau waren noch einige Restarbeiten zu erledigen. Arthur schneidet hier gerade die 3/4" BSW Muttern für die Einströmrohre nach.

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Auch die zugehörigen Schrauben müssen nachgeschnitten werden.

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Während ich den Regler anbaute, ölte Arthur die Maschine ab. Vom Anbau selber gibt es leider keine Bilder, dafür fehlte die Zeit.

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Das Ergebnis nach 2 Monaten in der Werkstatt ist der Regler wieder angebaut.

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Ns 2h Kö 0438 rangiert die Hilax am Bahnübergang Weißwasser-Teichstraße für die Aufstellung zur Fahrzeugparade.

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Während der Wartezeit bis zur Abfahrt haben wir noch einige Teile komplettiert, hier das Anziehen der Reinigungsschrauben am Bodenring.

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Mit einem 5-Wagen-Personenzug am Haken geht es in Richtung Kromlau zur Aufstellung für die Lokparade.

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Angekommen an der Ausfahrt der Ausweichstelle Brikettfabrik hieß es nun 2h warten. Vor uns waren 18 Lokomotiven an der Reihe.

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Die Zeit nutzten wir um die Maschine etwas zu putzen.

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Die Maschine in der warmen Nachmittagssonne eines Spätsommertages.

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Vom gegenüberliegenden Ufer der ehemaligen Grube bot sich dieser Ausblick.

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Nachdem die vor uns stehenden Zuggarnituren abgefahren waren, machten wir uns ebenfalls auf den Weg zum Museumsbahnhof. Vor uns liegt aus Lokführersicht die Ausweichstelle Brikettfabrik.

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An der ehemaligen Kohleverladung Anlage Mitte hatten sich zahlreiche Fotografen und Filmer aufgereiht, unter denen wir auch so manches bekannte Gesichte erspähten.

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Das Waldbahnmuseum ist erreicht. Dort wurden die Fahrzeuge dem zahlreich anwesenden Publikum vorgestellt.

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Es folgte eine kurze Vorstellung von Lok und Aufarbeitungsprojekt. (Foto: Chr.Menzel)

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Neben der Lokgeschichte und den bisher ausgeführten Arbeiten wurde auch über die demnächst beginnende Aufarbeitung von Fahrwerk und Kessel berichtet. (Foto: Chr.Menzel)

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Die Maschine wurde anschließend vom Streckengleis in die Zufahrt zum Museumsbahnhof umgesetzt. Der Projektleiter macht einen sichtlich zufriedenen Eindruck Very Happy
Am Nachmittag konnte ich mich mit zahlreichen Interssenten

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Es folgte eine Ansprache des Landesbeauftragten für Bahnaufsicht des Freistaates Sachsen Dr. Steffen Henkel.

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Über die Feststage war die Maschine im Museumsbahnhof Anlage Mitte ausgestellt.

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Zahlreiche Unterstützer des Projektes haben etwas in die Spendenkiste gesteckt, die aus dem alten Werkzeugkasten der Lok entstand.
Mit diesem Bild möchte ich mich im Namen der Waldeisenbahner bei allen Spendern und Unterstützern des Projektes bedanken!
Meine Berichte sind nun auf dem aktuellen Stand der Dinge angekommen, im nächsten Bericht wird es um die in den nächsten Monaten anstehenden Arbeiten gehen.

Gruß Sven
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Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau  - Seite 31 Empty Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

am Di 06 Okt 2020, 17:17
Hallo Sven,

schön zu sehen, das du mit Arthur eine kräftige Hilfe hast. Kannst stolz auf deinen Sohn sein.

Danke für die ausführlichen und reichlich bebilderten Berichte.

Weiterhin viel Erfolg!

Gerd

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