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 Rostschutzfarbe auf alten Schienen?

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PeterP
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 10:55

Hallo Feldbahner,

die gestern geborgenen Schienen in S5 und S7 sind z.T. stark durch Korrosion angegriffen, besonders im Bereich der Schwellenauflage und der Laschen. Da ich einen Teil der Gleise niveaugleich in einer Wiese einbauen will (damit man noch problemlos Rasen mähen kann), frage ich mich, ob es eine Möglichkeit gibt, die Schienen und Stahlschwellen OHNE vorheriges Sandstrahlen mit einer bezahlbaren Methode gegen weiteren Rost (zumindest so halbwegs) zu schützen? Ich dachte an eine Rostschutzfarbe, die man auf die trockenen Schienen aufpinselt oder spritzt. Methoden wie Einölen o.ä. sind wohl eher nicht geeignet, da das im feuchten Boden nicht lang hält und auch umwelttechnisch nicht geht. Sehr gute Rostschutzfarben (z.B. zur Restaurierung von Autokarosserien) sind extra teuer, mit günstigen Farben habe ich keine Erfahrung. Wenn es eh nur kurz hält, möchte ich den Aufwand nicht machen.

Irgendwelche Ideen?



Ähnliche Probleme sollten ja auch z.B. beim Einbau von Drehscheiben bekannt sein.

Danke und viele Grüße

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Diema2201
Ehrenlokführer


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 17:22


Hallo PeterP,

Dass beste da fur ist Ovatroll ,Ich habe das benutzt fur stahl schwellen,die in wiese und sumpf liegen. hat sich schön uber 18 Jahre bewehrt,Ich pinsele auch die klemplatten und schrauben da mit ein.nach her beim verschrauben mache ich kugellager fett auf das gewinde und dan der mutter drauf.Nach 10 Jahre kan man die schraube wieder lösen wie gestern.

Gruße John
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uhlenhooker
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 18:16

Hallo,

seit einiger Zeit verwende ich auch Owatrol und kann Johns Aussage bestätigen. Owatrol ist zwar nicht ganz billig, aber dafür sehr ergiebig. Angefragt hatte ich damals hier im Forum: http://www.kipplore.com/t4352-owatrol-ol?highlight=owatrol


Viele Grüße,
Reinhard
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PeterP
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 20:35

Hallo John, hallo Reinhard,

danke für den Tip mit Owatrol, kannte das bisher nur aus Oldtimerzeitschriften zur Versiegelung von Hohlräumen bei Kfz.
Habe auch den verlinkten Beitrag gelesen, wusste nicht, dass das schon mal Thema war.
Aus eurem Beitrag geht hervor, dass Owatrol möglicherweise bei ständiger Feuchtigkeit nicht dauerhaft schützt, obwohl John ja andere Erfahrungen gemacht hat. Der Preis für Owatrol (aktuell aus dem Internet) ist hoch, wenn es einen wirklichen Schutzeffekt über viele Jahre hat, kein Problem. Wenn die Schienen mit oder ohne Owatrol nach 10 Jahren im Erdreich durchrosten, spare ich mir das Geld. Wie Reinhard schreibt, ist es sicher eine gute Methode, um Exponate zu konservieren.


Vielleicht gibt es ja noch andere Ideen (Rostschutzfarbe, Zinkstaubfarbe, ...)?


Viele Grüße

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el105
Lorenbremser


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 20:59

Wir haben gute Erfahrung mit Bronto Korrux von www.branth-chemie.de gemacht.
Die stellen alle möglichen Lacke her. Aber auch nicht gerade die Preiswerten.

Gruss Lothar
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wismarwagen
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 22:08

Tipp Wenn Du alles zu Owatrol wissen willst:

Versuch's doch mal,
im Muttental.

Da bekommst Du eine eins-A Vorführung, und mit Glück sogar ein Probepäckli! Very Happy
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Frank
Feldbahnspezialist


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 22:09



Manche streichen die Schienen einfach mit Kaltanstrich (Bitumen). Meines Erachtens lohnt es sich aber gar nicht, überhaupt was zu machen. Die etwas abgezehrteren Schienen bei mir (S 10) sind inzwischen 110 Jahre alt. Wenn die in dem Tempo weiter rosten, dann erlebe ich die Durchrostung nicht mehr. Klar, es gibt auch schlechten Elektrostahl aus den 80ern, der wesentlich schneller rostet, aber auch der hält bei konstantem Tempo noch locker 25 Jahre...

Gruß, Frank.
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Schroeder
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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Fr 06 Jan 2012, 23:11

Wir haben 2007 als Mitarbeiter des Fördervereins am Rammelsberg bei einem Restauratorlehrgang einen SIG-Kleinbohrwagen mit Owatrol konserviert, der anschließend wieder in die Ausstellung unter Tage in Tropfwasser und Taufeuchte gestellt wurde. Parallel wurde noch ein mit Owatrol gestrichener Wurfschaufellader über Tage ins Freie gestellt. Aktuell ist der Lader in gutem Zustand immer noch der Witterung ausgesetzt, während der Bohrwagen im letzten Sommer völlig verrostet aus der Ausstellung gerettet werden mußte und jetzt erneut restauriert wird, allerdings nicht mehr vom Förderverein.

Ich habe im Schroederstollen testweise seit einem Jahr vier Pufferfedern stehen, nicht in Tropfwasser, aber in untertagemäßig hoher Luftfeuchtigkeit. Auf den zweien mit Owatrol-Anstrich finden sich hellbraune Wasserperlen, während die unbehandelten Federn trockenen Rost aufweisen.

Meiner Meinung nach geht nichts über gründliches Entrosten und hochwertige Lacke.

Glückauf

Stefan
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Vogei
Kuppelketteneinhänger


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Mo 09 Jan 2012, 21:58

Ich verwende (ca) 30%ige Phosphorsäure: Sie wandelt Eisenoxid in Eisentriphosphat um. Das Phosphat ist selbst ein guter Rostschutz (sieht zwar nicht besonders schön aus, aber bei "Unterflur"Schienen wird das egal sei) ist aber auch eine sehr gute Haftbrücke für Lacke oder auch Schmierstoff. Hochbelastete Zahnräder z.B. werden vor dem ersten Einsatz phosphatiert, dies verbessert die Notlaufeigenschaften beträchtlich.
Beispielsweise habe ich vor mindestens 15 Jahren das Riffelblech damit behandelt, das als Auffahrt zu meiner Werkstatt dient und der Witterung ausgesetzt ist. Das Blech sieht (fast) noch immer so aus, wie direkt nach der Behandlung
Die Säure(60%) dürfte im Chemikaliengroßhandel nicht viel mehr kosten als 1,--Euro pro Kilo (Achtung: spezifisches Gewicht 1,6!). Ich verdünne sie etwa 1:1 mit Wasser (Achtung:"erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das ungeheure!")
Anwendung: groben blättrigen Rost mit der Drahtbürste entfernen, Säure mit Pinsel auftragen. Achtung: die Säure ist nicht benetzend, man muß wirklich jeden Winkel nachdrücklich bepinseln. In den nächsten Wochen werde ich Versuche mit einem industriellen Netzmittel anstellen. Wenn es hilft, werde ich Euch informieren (wenn nicht, dann auch)
Viel Erfolg!
Wolfgang
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ZG
Admin


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BeitragThema: Re: Rostschutzfarbe auf alten Schienen?   Mo 09 Jan 2012, 22:19

Schienen feuerverzinken und danach, wie auf der Modellbahn künstlich altern. Laughing
Man kann es auch echt übertreiben. Wenn nach 30 Jahren mal ein Schienenkopf sich zu Seite neigt, ist das doch mal eine Abwechslung im schnöden Gartenbahnbetrieb. Schienen ins Erdreich zu verlegen und Gras drüber wachsen zu lassen, ist nicht wirklich die hohe Schule des Gleisbaus. Auch wenn es auf Fotos ach so idyllisch aussieht, zeigt es doch, das der Betreiber das Gleis mangelhaft verlegt oder es schlecht unterhalten hat. Eine lange Lebensdauer erreiche ich nur, wenn ich das Gleis so verlege und auch später unterhalte, das sich keine Staunässe halten kann. Bewuchs im Gleis ist der beste Antikorrosionsschutz.

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