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 Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?

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Damaszierer
Drehscheibendreher


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BeitragThema: Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?   Do 03 März 2011, 21:03

Very Happy Hallo Zusammen,

Immer wieder kommt aus Feldbahnkreisen die Frage nach der Reproduktion von
Schildern und Emblemen - dem ein oder anderen Leser dieses Forums konnte ich
bereits aus meinem beruflichen Alltag heraus behilflich sein.

Wer Originale aufbereiten möchte, ist bei uns ebenfalls gut aufgehoben, auch dafür
stehen wir mit Rat und Tat zur Verfügung - es ist unsere Art, auch aus der Werkstatt
heraus an diesem schönen Hobby teilzuhaben. Viele wisssen es aus eigener, leidiger
Erfahrung: man beugt dem Diebstahl der Originale am besten vor, indem man sie
nachfertigt und die Originale nicht mehr an die restaurierten Objekte schraubt.

Da bietet die Ätztechnik in Verbindung mit dem Graveur viele Möglichkeiten, solche
Teile exakt zur reproduzieren. Ich habe gerade einige neu gefertigte Teile für unsere
Homepage dokumentiert und möchte sie im Folgenden exemplarisch zeigen:


Embleme und Wappen - das Sahnehäubchen für Oldtimer

Das folgende Logo eines klassischen Automobils wurde neu gezeichnet, in Aluminium
geätzt, die Kontur ausgefräst und die vertieft geäzten Flächen zweifarbig augelegt:



weitere Informationen über Stoewer: http://www.stoewer-automobile.de


Skalen nach historischem Vorbild - neu gefertigt

Nicht nur die optischen Dinge erfordern bei der Restaurierung alter Fahrzeuge
viel Aufmerksamkeit. Meßgeräte aller Art hatten zeitgenössische Beschriftungen,
die das restaurierte Objekt erst wieder zu dem machen, das es einmal war.

Ein Forenmitglied baut zur Zeit zeitgenössisch aussehende Manometer neu.
Unsere Aufgabe war es, dafür eine neue Skala und einen Zeiger herzustellen,
mit denen ein aktuelles Manometer einen historisch korrekten Gesamteindruck
bekommt.

Die Kontur und die Befestigungsbohrungen der Skalenscheibe wurde aus Messing
ausgeätzt. Auf die durch Sandstrahlen aufgerauhte Oberfläche wurde hitzefeste
Farbe spritzlackiert und mittels Siebdruck die schwarze Beschriftung und die
rote Maximaldruck-Markierung aufgebracht.



Der Zeiger wurde aus Messingblech ausgeätzt und schwarz lackiert:




Wir denken auch an Eure Getriebe...



Diese Schilder wurden aus Edelstahl hergestellt. Die schwarze Fläche wurde geätzt
und mittels Schwarzchrom galvanisch geschwärzt. Diese Beschriftung ist Temperatur-,
Kraftstoff-, Öl-, Lösemittel- und UV-Beständig.

In dieser Technik haben wir z.B. für die kleinen Henschel DG Loks in den letzten Jahren
etliche Schilder nachgefertigt.


Das Aufwändigste an der Reproduktion von Schildern und Skalen ist die Zeichnungs-
erstellung. Da aus den Daten der Zeichnung auch die Fräs- und Gravierarbeiten
programmiert werden, kann man Handzeichnungen leider nur noch eingeschränkt
verarbeiten.

Wer dies als "Hausaufgabe" erledigen kann, hat einen Großeil der Arbeitszeit und
damit der Gesamtkosten meist schon selbst geleistet. Gute Grafikdaten sind die
beste Ausgangsbasis für die handwerkliche Herstellung der nachzufertigenden Teile.

Weitere Tipps und Beispiele findet Ihr auf unserer Homepage www.AeHC.de

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

vom

Damaszierer


Zuletzt von Damaszierer am Do 03 März 2011, 21:20 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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http://www.AeHC.de
feldbahner12
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BeitragThema: Re: Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?   Do 03 März 2011, 21:15

Sehr informativ.
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http://www.feldbahnmuseum-guldental.de/
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BeitragThema: Re: Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?   Do 03 März 2011, 21:49

Hallo Damaszierer,

auch von mir vielen Dank für diesen Beitrag! Arrow Denn es heißt immer wieder sehr treffend: "Wissen heißt: Wissen wo es steht." oder übertragen auf unsere liebste Freizeitbeschäftigung: "Wissen heißt: Wissen, wer es kann." Smile

Viele Grüße aus Dresden,

Felix
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http://www.feldbahn-chemnitz.de
M. Böckl
Diesellokführer


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Name / Alter : Manfred/51
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BeitragThema: Re: Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?   Do 12 Mai 2011, 17:59

Servus Thomas,
(wir sind hier im Forum normalerweise per Du)

Du hast mir im Oktober letzten Jahres geschrieben:

"Ich habe mir auf Ihrer Homepage die schöne, dreiachsige Lok
angeschaut. Im Bergbau hält Alu nicht unbedingt gut. Solche
dünnen Schilder waren oft aus Zinkblech oder auch Stahl. Für
die Nachfertigung würde ich Edelstahl nehmen und die schwarze
Fläche galvanisch mit Schwarzchrom färben. Die Optik ist nahe
am Vorbild, die Haltbarkeit ist viel besser, die Kosten sind
am geringsten. Falls Sie keine passenden Schlagzahlen haben,
würde ich die Zahlen mit ätzen, man kann sie durch leichtes
Verschieben oder Drehen "händisch individualisieren". So bleibt
das Schild vor allem plan, beim Einschlagen beulen die Schilder
gerne etwas. Die Löcher würde ich stanzen, bohren geht bei so
dünnem Edelstahl nicht besonders gut und mit dem drehende Span
am Bohrer hat man schon so manche schöne Oberfläche versaut.

Zu den Preisen:"



Der Preis für die Fertigung ist voll OK, über die Versandkosten müssen wir uns noch unterhalten (ich weiss, von D nach A hat die Post anscheinend die höchste Gewinnspanne).

Für unsere Ruhrthaler G75Z wird demnächst ein Auftrag bei Dir einlangen, für weitere Loks möchte ich mir noch die Zeit nehmen, das zu evaluieren.

LG aus Wien/Schwechat

Manfred Böckl
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Jürgen Wening
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Re: Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?   Fr 13 Mai 2011, 09:27

Bei dieser Gelegenheit möchte ich bemerken, daß Thomas uns vor einigen Monaten Fabrik- u. Typenschilder für Hatlapa-Loks verschiedener Baujahre gefertigt hat. Sie sind super geworden!
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http://www.frankenfeldbahn.de
 
Wie entstehen neue Schilder für die Oldtimer-Restaurierung?
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