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 Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns

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FK
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   Fr 25 Dez 2009, 22:46

Guten Abend.

Der orange LKW ist auf diversen Luft- u. Weltraumkarten zu erkennen.

Anschließend ein paar Bilder vom 600 mm Betrieb. Der Weg einer JW 8 von Frauenberg ins Waldviertel ist mir persönlich nicht bekannt, der umgekehrte Weg eines Fahrzeuges schon.

Die Eigenbau-Traktorlok, die nicht nur den Standort wechselte, sondern auch von 500 auf 600 mm umgespurt wurde.



Sie diente als Schiebefahrzeug auf den, nur über Aufsatzscheiben erreichbaren, Abbaugleisen. Auf dem nächsten Bild ist eine derartige "Schnittstelle" erkennbar. Im Hintergrund das Stift.




Die Lok war bei Stillegung des Betriebes ein Mitnahmeartikel. Für ATS 500,-- und ein paar Bonbonieren wechselte sie den Eigentümer und wurde in den Lieferwagen geschoben. Auf der Westautobahn zitterten wir allerdings, ob die Finanzreserven noch bis Wien reichen würden. Heute steht sie betriebsfähig, bewußt im Originalzustand belassen, im Museum Schwechat.



An Wagen waren eiserne Muldenkipper und einfache "Gitterkörbe" vorhanden. Unser Exemplar ist leider auch im Safripark über den Jordan gegangen.

Suspect

Würde mich freuen, wenn wer ein besseres Bild hat.

FK
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   Fr 25 Dez 2009, 22:49

Hallo Franz,
Vielen dank für die tollen Bilder.

Gruß
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FK
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   Sa 26 Dez 2009, 02:15

Hallo Jerome!

Ich habe meine Listen zur Hand genommen und auch, der Einfachheit halber, im Hohn Buch nachgesehen.

Alle drei Betriebe haben zu Diwoky gehört. Wie ich in der PM schon sagte, war Heinreichs auf Eigengrund und wurde als „Moorerdegewinnung“ bezeichnet. Die Firma war ursprünglich am Bahnhof Gersthof im 18. Bezirk ansässig und ist jetzt am Leopldauerplatz im 21.

Meine Skepsis bezüglich der Verbringung einer Lok von Frauenberg über Spielberg nach Heinreichs dürfte berechtigt gewesen sein. Spielberg hatte ursprünglich 600 mm und dann 500 mm Spur. Insgesamt soll es 25 Wagen gegeben haben.
Hohn zitiert die Betriebsleiter, daß der Betrieb auf ersterer nur händisch erfolgte und das Material nach dem Abbau sofort nach Frauenberg gelangte.

Die 500 mm Bahn entstand erst mit dem Kauf der JW 8 331 / 1957. Dieses Material gelangte später logischer Weise nach Heinreichs. (Lok im Schuppen durch Ritze noch gesehen.)

Beide Maschinen kamen 1980 nach Frauenberg. Hohn irrt in seinem Text, daß die Traktorlok dort nicht mehr in Verwendung kam. Siehe Bild. Bei ihrer Ankunft 1983 in Schwechat lief sie sofort anstandslos, ist aber seither in der Ausstellung „versteckt“. Das Ding wird, auf Grund der Übersetzung, teuflisch schnell, ist durch die asymmetrische Umspurung schief, hat keine Schutzabdeckungen ....! Deswegen, so wie sie ist, ein Schaustück.

Beide folgenden Bilder aus Heinreichs sind leider sehr mangelhaft.



Liste Frauenberg kopiert.



Beim Verbleib der diversen JW Loks könnte vielleicht HF130C weiterhelfen.

FK
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   Sa 26 Dez 2009, 02:20

Hallo Franz,
vielen Dank für den Bericht.

Aus den Angaben von dir und von denen der Internetseiten von Andreas Christopher und Jens Merte habe ich eine Lokomotivliste zum Torfwerk Frauenberg erstellt:

Deutz OME117, 36050/1940, 600 mm
1940 neu geliefert an Torfwerk Franz Diwoky, Frauenberg „Deutz“ /1985 Montan- und Werbahnmuseum Graz

Jenbacher JW15, 1240/1957, 600 mm
05.03.1957 geliefert an Torfwerk Franz Diwoky, Frauenberg „Alte“ /1984 Privat, Wolfgang Kirrer, Groß Schönau

Jenbacher JW15, 1394/1963, 600 mm
31.10.1963 geliefert an Torfwerk Franz Diwoky, Frauenberg „Neue“ /1984 verschrottet

Jenbacher JW8, 331/1957, 500 mm (später 600 mm)
03.09.1957 geliefert an Torfwerk Franz Diwoky, Spielberg
(500 mm) /1970 (?) Moorerdegewinnung Franz Diwoky, Heinreichs (500 mm) /1980 Torfwerk Franz Diwoky, Frauenberg „Pony“ (600 mm)

Eigenbaulokomotive, ohne/1950, 500 mm (später 600 mm)
Gebaut bei Moorerdegewinnung Franz Diwoky, Heinreichs (500 mm) /1980 Torfwerk Franz Diwoky, Frauenberg (600 mm) /
1983 Eisenbahnmuseum Schwechat

Verbesserungen sind erwünscht (falls nötig). Angaben zum endgültige Verbleib der Jenbacher Lokomotiven wären ebenfalls interessant.

Gruß
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   Sa 26 Dez 2009, 22:25

... Im Jahr 1981 habe ich die Bahn noch in Betrieb vorgefunden, allerdings wurde nur fallweise gefahren und die imposante hölzerne Ennsbrücke wurde auch nicht mehr befahren. Die zweite JW 15 (Neue) war. m.E. damals schon zerlegt und diente für Ersatzteile. Die Bahn war in den letzten Zügen sozusagen.

Die JW8 war schon jahrelang nicht in Betrieb gewesen, die Deutz wegen eines angeblichen Einspritzpumpenschadens schon seit Jahrzehnten (!) nicht.

Die Fahrzeuge wurden 1981 nicht verkauft, da der Torfwerksbetreiber nur Pächter der Anlage war, der Torfabbau gehört dem Stift Admont und da waren die Besitzverhältnisse unklar.

Im Jahr 1983 fanden sich deshalb alle 4 Loks (+ Traktor) noch vor Ort, die Gleisanlage lag noch, völlig eingewachsen, einige Gleisrahmen fehlten und bei den Wegübergänge waren die Gleise durch schweres Gerät zusammengefahren.

Im Oktober 1983 endete eine Vorsprache beim Pächter mit der Wette, dass wenn man die Deutz-Lok in einem Tag zum Laufen bekomme, man sie auch haben könne (Hehe, seit Jahrzehnten abgestellt ...)

Nun gut, es wurde ein schöner Tag im Oktober 1983 ausgemacht, und zeitig in der Früh nahm sich eine Handvoll Feldbahnfreunde die Bahn vor: 3 Leute gingen an die Strecke, um sie freizuschneiden bzw. die fehlenden Gleisrahmen zu ersetzen und die zerfahrenen Wegübergänge mit Hölzern für ein proviosorisches Überfahren bereit zu machen.

2 Leute nahmen sich das Jenbach Pony vor, die restlichen 2 die Deutz OME117. Das war ein harter Brocken, der Kühler war aufgefroren, der Ganghebel abgerissen und die Einspritzpumpe klemmte, musste vor Ort zerlegt werden. Der Zylinderraum wurde mit Petroleum zum Lösen der Kolbenringe gefüllt, Lötzeug und Kitt für den Kühler in der nächsten Stadt besorgt, der Schalthebel ausgebaut und geschweisst, die Einspritzpumpe zerlegt und mit Schleifrot gängig gemacht, Pleuellager aufgeschraubt, Ölwechsel gemacht, Ölfilter gereinigt, Ölkreislauf kontrolliert, eine Lamelle von der Spülpumpe ersetzt, die Lok abgeschmiert .... und um 15h lief sie dann - und zwar tadellos .....

Die Kollegen mit der JW8 waren schon vorher fertig und so ging es dann auf die Strecke. Dank der Vorarbeit der Gleisbauer kam der Zug mit Deutz + 2 Kipploren und der JW8 als 'Angstlok' (... das mit der Deutz war natürlich Abenteuer - eh klar..) gut voran. In den Abbau konnte man ohnedies nicht mehr fahren, aber die Strecke zur Ennsbrücke lag noch, auch das Gleis über die Brücke und danach noch eine wunderschöne Strecke in der Wiese mit genialer Fotomöglichkeit mit dem auf dem Berg gelegenen Kloster Frauenberg ..... sollte man es wagen, die Brücke zu befahren .... immerhin war schon 5 Jahre kein Zug mehr drübergefahren ???

Aber das ist eine andere Geschichte, die da nicht herpasst. Smile

Kurz und gut, der Pächter stand zu seinem Wort, die Deutz abzugeben, aber er wollte viel Geld - etwa 1500,--EUR, und das war damals viel Geld. So war das nicht ausgemacht gewesen - aber naja ...

Die JW15 ging 1984 an die Sammlung Kirrer, wo sie sicher weiterverkauft wurde.

Die JW8 ist sehr charakteristisch, die Blechpufferbrust wurde radikal gekürzt, das macht sie einmalig. Es wäre eine Möglichkeit, dass sie zur Feldbahn nach Stainz gekommen ist (erste Anlage) und dann ev. weiter zur Sammlung Hohn. Genaue Hinweise wären interessant.
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   So 27 Dez 2009, 01:56

Und wo sind die Fotos mit dem Stift? (Sabber!) Zuge

An Manfred Hohn habe ich soeben eine Anfrage geschrieben.

Grüße

Franz
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   So 27 Dez 2009, 12:28

FK schrieb:
Und wo sind die Fotos mit dem Stift? (Sabber!) Zuge

Eines des schönsten Feldbahnphotos, die ich kenne. Leider konnte ich die Bahn nie in Betrieb erleben. In einer Dissertaton zum Thema "Moor und Torf in der Volkskultur des steirischen Ennstals in vergleichenden Europäischen Bezügen" findet sich auch ein Bericht über die Torfgewinnung in Frauenberg, die Firma Diwoky, Mitarbeiter, Produktionszahlen etc. Sehr interessant.

Viele Grüsse

Markus
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BeitragThema: Re: Frage zum Torfwerk Frauenberg an der Enns   So 27 Dez 2009, 17:11

Zitat :
Und wo sind die Fotos mit dem Stift?
.... wer sagt denn, dass die Deutz über die Brücke gekommen ist? study

Wenn irgendwann Zeit bleibt, gebe ich die Dias zum Scannen, es gibt von 1976 bis 1983 allerlei Aufnahmen, etwa 40 Stk.... aber sicher gibt es in DSO bereits eine Fotoreportage von L.K., die könnte auch weiterhelfen ... (und ich erspar mir die Arbeit ... hust ...)
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