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 Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15

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jens3150
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BeitragThema: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Sa 31 Okt 2009, 20:29

Als ich neulich die unteren Achslagergehäuse der Vorderachse zu reinigungszwecken demontiert habe kam leider folgendes zum Vorschein:


Die Achlager aus Aluminium mit eingegossenen Bleigleitplatten haben sich ebenso wie die Lagerbuchsen aus Grauguss der schwimmmenden Kuppelstangenlager, in Wohlgefallen aufgelöst.


Glücklicherweise haben die Achslagerzapfen keinen Schaden genommen.


Also habe ich ein Stück Rg 7 besorgt, und es wurde mit der Neuanfertigung der Lager begonnen:
Rohling vordrehen:


Mittig Trennen ( die ML 15 besitzt je Achszapfen lediglich eine Oberschale, also werden beide Schalen im Paar gefertigt ) und wieder zusammmenlöten:




Dann kann mit der Bearbeitung begonnen werden:



Das letzte Bild zeigt den Stand der Bearbeitung von heute abend. Weitere Bilder werde ich nach der Fertigstellung einstellen. Gruß Jens
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jens3150
Feldbahnlokbeifahrer


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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Sa 31 Okt 2009, 20:33

Ups, Billder 4 und 8 sind vertauscht Idea    
  
Ich habe es passend geschoben, Christian
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jens3150
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Mo 02 Nov 2009, 21:32

Hier sind noch 2 Bilder vom gestrigen Tag, wir ( mein Bruder und ich ) haben die Lagerstellen der Achswelle genau vermessen und die Lagerschalen innen auf Fertigmaß gedreht. Anschließend folgte der Einstich für die Filzringe, welche das Lager auf der Achswelle abdichten.


Jetzt muß das Lager noch genau so von der anderen Seite bearbeitet werden wie auf dem letzten Bild ersichtlich, dann können die Hälften wieder auseinandergelötet und die Bohrungen für die Schmierdochte gebohrt werden. Dann folgen noch die 4 Lagerbuchsen für die Stangenlager, und die Lok kann wieder eingeachst und komplettiert werden. Gruß Jens
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Matthias S.
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Mo 02 Nov 2009, 22:12

Hallo,
das sieht gut aus! Mir hat sich nur der Aufwand des Trennens und Wiederzusammenlötens nicht erschlossen- hätte die halbe Stärke der Kreisäge, die du damit ausglichen hast, nicht durch ein verstiftetes Blech ausgeglichen werden können? Oder was war der Grund? Mich würde auch das Gegenstück der Lagerschale intressieren.

Neugierige Grüße
Matthias
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Carsten Lücke
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Di 03 Nov 2009, 07:35

Hallo Matthias,

das zusammenlöten hat den Grund, das man nach dem Drehen zwei exakt gleiche Schalen erhält, die nach dem Drehen auch rund sind. Würde man das Lager erst drehen und dann Trennen, wäre das nicht so.
Daher wird das getrennte und an den Trennflächen überfräste Teil wieder zu einem Stück zusammengelötet und auf der Drehbank aufgespannt.

Danach erfolgt das Ausrichten auf Umschlag und auf der Länge nach der Lötfuge.
Dafür benötigt man ein Futter mit 4 einzeln verstellbaren Backen oder eine Planscheibe.

Die Lünette haben wir gesetzt, weil der Einstich für die Filzringe sehr groß ist und der dabei zum Einsatz kommende Hakenstahl bei den entsprechenden Spanbreiten gerne mal ein frei fliegend gespanntes Teil aus dem Futter hebelt.

Gruß

Carsten
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Di 03 Nov 2009, 10:50

Mahlzeit,

sieht ja sehr gut aus, die technische Umsetzung.
Mal eine Frage zur Werkstoffauswahl. Rotgußlager erfordern
wegen der relativ hohen Härte gehärtete Achsschenkel, um Fresser bei ungenügender Schmierung oder staubiger Umgebung zu vermeiden. Wurde vor dem Umbau auf Rotguß die Härte gemessen? Welches Lagerspiel wurde gewählt?

Gruß Sven
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jens3150
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   Di 03 Nov 2009, 11:00

Hallo Sven,

mit deiner Aussage über Rg 7 liegst Du leider nicht ganz richtig :


Rotguss

Rotguss ist die Bezeichnung für einen Gusswerkstoff aus einer Kupfer-Zink-Zinn-Legierung (Cu Zn Sn).
Hauptlegierungsbestandteil ist neben Kupfer, Zinn mit 1,5 - 11 %, Zink 1 - 9 %. Daneben kann auch Blei und Nickel enthalten sein.
Rotguss hat sehr gute Gleit- und Notlaufeigenschaften, ist verschleißfest und kavitationsbeständig.
Rotguss wird angewendet für hydraulische Anlagen. Normal- und hochbeanspruchte Gleitlager, Buchsen und Schalen, Zahnräder und diverse Fittings.
Ebenso als Gleitlagerschalen für den allgemeinen Maschinenbau (Lastspitzen von p bis 4000 N/cm² zulässig

Hinweise zur Verwendung:

Achslagerschalen und Kuppelstangenlager, Gleitlagerschalen für den allgemeinen Maschinenbau (Lastspitzen von p bis 4000 N/cm² zulässig), mittelbeanspruchte Gleitplatten- und leisten. Normal- und hochbeanspruchte Gleitlagerbuchsen- und schalen bei Verwendung von Wellen aus ungehärteten Baustählen sowie aus oberflächengehärteten Stählen, auch bei leichten Kantenpressungen. Kolbenbolzen-Buchsen für p bis 4000 N/cm²; Kurbel- und Kniehebellager mit Lastspitzen von p bis 3000 N/cm²; Schiffswellenbezüge und Zylindereinsatzbuchsen, Grund- und Stoffbuchsenfutter, mittel- bis hochbeanspruchte Gleit und Stellleisten für Werkzeugmaschinen, mittelbeanspruchte Kuppelstücke, Friktionsringe- und Scheiben.

Beim Lagerspiel haben wir aufgrund der Kissenschmierung ein ( für Gleitlager ) etwas größeres Spiel mit einem Wert von 0,1 mm gewählt.

Gruß Jens
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jens3150
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   So 08 Nov 2009, 17:12

Hallo, hier nun ein paar Bilder der fertiggestellten Lager.
Hier die beiden Lagerhälften nach dem fertigdrehen und auseinanderlöten:

Hier nach dem fräsen der Öltaschen und den Bohrungen für die Schmierdochte für die Lagergehäuseführungen:

Hier die Lagergehäuseunterteile mit neuen Schmierkissen und den Filzringen zum Abdichten des Gehäuses:

Und so sieht das ganze dann im zusammengebauten Zustand aus:

Jetzt kann die Lok wieder eingeachst werden.
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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   So 08 Nov 2009, 18:44

Mahlzeit Jens,

die Ausagen beziehen sich auf Erfahrungen mit dieser Werkstoffpaarung.



Im Gegensatz zu weicheren Lagermetallen können sich Fremdkörper bei Rotguss nicht einlagern, was durchaus zu Schäden an der Welle führen kann. Ist die Welle auch noch ungehärtet oder die Härteschicht verschlissen, können die Auswirkungen gravierend sein.

Weitere Frage: Die Stirnseiten der Lagerschalen scheinen auf dem letzten Foto bündig mit den Unterschalen abzuschließen?

Gruß Sven
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Carsten Lücke
Feldbahnlokbeifahrer


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BeitragThema: Re: Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15   So 08 Nov 2009, 19:44

Hallo Sven,

stimmt, die Schalen sind bündig mit den Unterkästen.
Warum auch nicht?

Gruß

Carsten
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Achslagerschaden an meiner DEMAG ML 15
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