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 Palmen, Zucker und Dampf - PG Sindanglaut im Juni 2003 - Teil 2

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BeitragThema: Palmen, Zucker und Dampf - PG Sindanglaut im Juni 2003 - Teil 2   Mi 08 Apr 2009, 23:39

Nun wenden wir uns (endlich?) dem rollenden Material zu, zuerst zeige ich, was auch heute noch zu ist, also erst mal noch nicht historisch. Übrigens, die Spurweite in Sindanglaut beträgt sehr ungewöhnliche 720 mm, das ist in Java einmalig. Es gab Lok-Austausche zwischen Sindanglaut und anderen Standorten (z.B. vom 1994 geschlossenen Nachbarstandort Gempol), dazu mussten die Loks aufwändig umgespurt werden. Andere gängige Spurweiten auf Java sind 600 mm, 670 mm, 700 mm, 750 mm, 900 mm und 1067 mm (Kapspur, Zulieferung zur Staatsbahn in PG Jatiroto).



Diesel Nummer 1. Von diesem Typ gab es insgesamt drei Stück. Was das für Loks genau sind, hat mich an dem Tag dummerweise nicht so sehr interessiert, denn eigentlich war ich ja auf Dampf fixiert. Es sind jedenfalls C-Kuppler japanischem Ursprungs mit Stangenantrieb und Außenrahmen. Genauso sind waren übrigens auch die größeren Dampfer in Sindanglaut gebaut, nur als D-Kuppler. Weiter will ich aber nicht vorweg greifen. Rechts, das bin ich, und Links das ist TC.



Nummer 4 (Schoema), 2, 1 in der Lokhalle.



Nummer 3 gehört auch zu der neuen Serie Japan-Diesels und wird gerade gewartet. Nagelneu, und schon wieder in der Werkstatt. Nichts hält mehr...

Was noch so im Schuppen steht, hebe ich für weiter unten auf...



Nummer 5 steht da, wie bestellt und nicht abgeholt. Auch sie ist eine Schoema.



Dann wurde sie doch abgeholt, und wartete vor der Gleiswaage. Sie hatte wohl mal einen Unfall, irgendetwas, Loren mit Gleisen beladen (?), donnerte von hinten drauf, ode rumgekehrt, und verbog die Rückwand des Führerhauses.



Dann 'dieselt' Nummer 1 heran. Rechts in Uniform der Wachmann, der hin und wieder nach uns sah.



Diesel Nummer 1, 2 und 5 vor der 'Lokleitung', das Personal bespricht den Nachmittäglichen Einsatz.



Die selbe Szene noch mal aus einer etwas anderen Blickrichtung.

Jetzt ist genug mit Dieselloks, die man auch noch in den folgenden Jahren sehen konnte und bestimmt auch in 2009 wird es so sein. Jetzt begeben wir uns in die Vergangenheit, Juni 2003, auch wenn es noch nicht lange her ist, es ist vorbei. Es hat sich ausgedampft. Genießt die nachfolgenden Bilder!



Zurück in die Lokhalle, Nummer 6, ein C-Kuppler von O&K, Fab. Nummer 6969, 1913. Die Loks in Sindanglaut sind übrigens fast alle als Tenderloks geliefert worden. Da jedoch das verwendete Feuerungsmaterial, Bagasse, das Abfallprodukt aus der Zuckermühle, in Ballen gepresst, nicht den Brennwert von Kohle hat, bekamen viele Loks nachträglich Tender verpasst, um mehr Vorräte mitschleppen zu können. Die Wassertanks befinden sich bei den vertenderten Loks aber nach wie vor neben dem Kessel und im Lokrahmen. Damit die Loks während der Fahrt vom Tender aus mit Brennstoff versorgt werden können, sind oft in die Rückwand der Führerhäuser Öffnungen eingeschnitten worden. Andere Zuckerfabriken behalfen sich mit primitiven Öl-Zusatzfeuerungen, dazu wurden einfach eins bis zwei stinknormale Ölfässer vor das Führerhaus über dem Kessel auf einem Eisengestell montiert.



Noch mal die 6, als Beweisfoto. Ich war da.



Die Öffnung der Führerhausrückwand ist hier bei Lok 4 (Jung, Fab. Nr. 480, 1901, C-Kuppler) und 12 (O&K, 11603/1928) gut zu sehen. Zwischen den beiden Loks sind einige Klien-Lindner Hohlachsen gelagert.



Noch mal die Nummer 12. Es ist ein D-Kuppler mit Klien-Lindner-Hohlachsen.



Im Vordergrund Nummer 1, C-Kuppler von Jung (477/1901). Die Nummern der Loks dahinter habe ich mir leider nicht notiert. Die hintere Lok war teilzerlegt.



Noch mal die Klien-Lindner-Hohlachsen aus der Nähe. Deutlich sieht man das typische Kugelgelenk bei der zerlegten Achse. Alle D-Kuppler in Sindanglaut fuhren dank der Klien-Lindner-Hohlachsen quasi um die Ecke. In Deutschland sind Loks mit dieser Technologie besonders als Heeres-Feldbahnloks bekannt.

Jetzt aber raus aus der Halle, und den vorheizenden Dampfloks nachgestellt!

Doch ein wenig möchte ich euch doch noch auf die Folter spannen *grins*, und euch erstmal zeigen, wie in Sindanglaut die Bagasse zur Befeuerung der Dampfloks gelagert wird.



Von diesen Hallen gibts auf dem Gelände zwei Stück, das hier ist die im besseren Zustand. Wenn man genau hinsieht, kann man unter dem Dach der Nachbarhalle die hochklappte Heckklappe des Toyota Kijang erkennen. Die gesamte Familie döst im Auto, bei laufendem Motor, um die Klimaanlage am Laufen zu halten. Und das mit geöffneter Klappe... Was soll man dazu sagen. TC und ich waren die einzigen Aktiven.



Blick in das Dach der zweiten Halle. Hier dürfte es nicht oft regnen, denn sonst wäre ja ständig die Bagasse nass. Na ja, die Regenzeit ist außerhalb der Zuckerrohr-Ernte.



Noch eine Studie des selben Dachs.



Erinnert ihr euch noch? Weiter oben habe ich auf etwas grünes im Hintergrund hingewiesen und auf später verschoben. Hiermit reiche ich den Tender der Lok 4 (in der Lokhalle) und alten Tender der 11 nach. Im Hintergrund eine vorgeheizte Dampflok bei den ersten Gehversuchen des Tages.



Das ist die 11 mit ihrem neueren Tender. Es ist ein D-Kuppler mit Hohlachsen nach Klien Lindner, gebaut mit der Fabriknummer 2125 von Jung im Jahr 1914.



Die 11 fürs Familienalbum. Schwiegermama gefiel der Sound, insbesondere, wenn die Lökchen über die recht locker verlegten Gleise knarrten.



Der D-Kuppler Nummer 10 (Jung 3431, 1922) verlässt die Lokhalle. Im Hintergrund sind das Kesselhaus für die stationäre Dampferzeugung und die dazu gehörigen Ölbehälter zu sehen.



Nummer 8 (Du Croo&Brauns Nr. 25/1924), auch mit KL-Achsen beim Wasserfassen. Man beachte auch die am Kreuzkopf angebrachte Schmierpumpe. Noch eine Besonderheit javanischer Feldbahnloks ist hier auch zu sehen, zeige ich aber weiter unten an einer weiteren Kollegin. Unter dem Wasserturm sucht nun auch die Familie Zuflucht vor der Sonne. Mir war das (Sonne/Hitze) egal, hab ich nicht mehr gemerkt, ich war in meinem Element!



Der Bub träumt sicher davon, wenn er mal groß ist, Lokführer zu werden. Wer würde das nicht, wenn er in solch einer Lok sitzen und dösen kann?



Einfach hübsch...



Nochmal die 8 und 11 am Wasserturm.



Nummer 12, O&K 11603/1928 ohne Tender unterwegs. Sie wurde für Rangieraufgaben verwendet, daher braucht sie nicht viele Vorräte.



Mein Schatz wollte unbedingt ein Foto von mir und meinem Schwiegervater in der Lok mit der unendlichen Nummer haben. Na gut.



Das ist dann noch mal der Schwiegervater und TC auf der Lok, welche mittlerweile über das frisch ausgetauschte Gleis zur Einsatzbesprechnung zur Lokleitung vorgerückt war.



Nummer 8 vor der Halle mit der Bagasse.



Und die 11 ist nachgerückt.



Die 8 wird bereits beladen. An der 11 kann man nun deutlich auch die zweite Besonderheit javanischer Feldbahndampfloks erkennen. Der Behälter vor der Rauchkammer, mal mehr mal weniger schön angefertigt. Er ersetzt den defekten Sanddom, im Behälter ist Sand, welcher von einem Sandstreuer manuell auf die Gleise verteilt wird. Ich stelle euch später noch zwei Sandstreuer vor.



Nun wird auch die 10 beladen. Links wieder TC.
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BeitragThema: Re: Palmen, Zucker und Dampf - PG Sindanglaut im Juni 2003 - Teil 2   Mi 08 Apr 2009, 23:59

Bild 17 kommt mir irgendwie bekannt vor Very Happy



Stefan, die Bilder sind der Oberhammer

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BeitragThema: Re: Palmen, Zucker und Dampf - PG Sindanglaut im Juni 2003 - Teil 2   Do 09 Apr 2009, 00:04

Das ist meine fotografische Frühzeit, wenn ich so manches dieser Bilder sehe, könnte ich mir in den Hintern treten, Sachen abgeschnitten, Himmel überzeichnet, Loks hinter Büschen, usw... Schlimm Schlimm Schlimm... Aber mehr gab die Kamera nicht her, Zoom, und Knipsknopf, mehr hatte sie nicht, nichtmal ein "Sportprogramm" um schnelle Bewegungen scharf zu erfassen...
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Palmen, Zucker und Dampf - PG Sindanglaut im Juni 2003 - Teil 2
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