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 Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941

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wismarwagen
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BeitragThema: Re: Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941   Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941 - Seite 4 EmptySa 01 Jun 2019, 00:10

Nun zum Verschleißzustand.

Angesprochen wurde der Zementstaub an den Rädern. Auf diesem Bild gut zu erkennen, findet er sich nur auf der unteren Hälfte (jetzt links), stammt also wohl von der zementhaltigen Luft auf dem Bauhof:
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Das Kupplungspedal, quasi ungenutzt:
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Tanksieb, wohl bei kaum einer Lok noch vorhanden ...
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... und dann auch noch ohne Ablagerungen (wie auch, es gab ja keinen Diesel):
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Ebenso das Kühlersieb:
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Laufflächen, nicht eingelaufen:
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BeitragThema: Re: Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941   Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941 - Seite 4 EmptySa 01 Jun 2019, 00:28

Und nun ein bisschen Führerhaus

Das Front- und Rückblech wurde aus mehreren Streifen zusammengeschweißt:
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Die Bleche sind auf einem Grundgerüst vernietet und anschließend an den Ecken verschweißt:
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Die Ovalen Fensterrahmen besitzen je zwei Vorreiber, um einen Holzrahmen mit Scheibe einzusetzen, aber: Woher stammen sie ursprünglich?
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Die Holztüren:
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Ausnehmungen für Schraubenköpfe:
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Schließriegel:
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Türgriff:
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Leider sind auch hier die unteren Ecken durch (schemenhaft zu erkennen, das untere Blech war mal ein Waffelblech):
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Meine Vermutung ist, dass dieses Führerhaus durch die Firma Hald gebaut wurde. Gaiser dürfte eine Lok mit geschlossenem Führerhaus bestellt und Jung nur eine offene geliefert haben, so entstand der Rest in Stuttgart. Alternativ wäre denkbar, dass man bei Gaiser die Zeit der Beantragung von Dieselmarken für den Umbau der Lok genutzt hat.
Leider kann ich keine der Theorien beweisen.
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Mo
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BeitragThema: Re: Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941   Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941 - Seite 4 EmptyFr 14 Jun 2019, 22:12



Hallo Wismarwagen,

der letzte Beitrag in diesem Strang ist schon eine Weile her, trotzdem möchte ich noch zwei Punkte ergänzen:

Zum einen, was bisher unerwähnt blieb, finde ich es aller Ehren wert, daß du hier das Aufarbeitungsziel offen und neutral in der Forumsöffentlichkeit zur Diskussion gestellt hast - auch auf die Gefahr hin, kontroverse Antworten zu bekommen. Das zeugt von Selbstreflexion und durchaus auch von Mut.

Zum anderen, wie kann man nun zu einer Entscheidung kommen? Pauschale Lösungen sind bei einem solchen Fall wie eurer Jung kaum möglich. Aus meiner Sicht ist immer die Frage hilfreich, welche museale Aussagekraft mit den jeweiligen Optionen erreicht werden kann? Auch vor dem Hintergrund, was sowohl bei euch als auch in der sonstigen Feldbahnsammlungsbranche im Bestand bisher gezeigt werden kann. Auf welche Weise kann man dem aktuellen Bestand einen größtmöglichen Mehrwert hinzufügen?

Eine Jung im Auslieferungszustand, ohne Führerhaus und Holztüren, würde in eurer Sammlung nach meinem Eindruck kaum auffallen. Deutschlandweit auch nicht. Sie wäre ein weiteres Exemplar unter vielen... Ich würde mich daher der hier schon vertretenen Grundrichtung wie z.B. von Michael Wenninger oder Florian Rauh anschließen.



Hallo Rüdiger,

Zitat :
Bitte kurz mal die Moderscheinung „letzter Einsatzzustand“ reflektieren! [...] Natürlich kann man sagen: Ahnungslose Besucher [...] Manchmal denke ich, dass ausserhalb dieses Forums Originalität die Ausrede dafür ist, nicht zu viel Arbeit und Geld investieren zu müssen. Schaut mal, wieviel originale Museums-Loks es in UK gibt? Geht gegen Null[...]


Zumindest in der Museumsfachwelt ist es seit Jahrzehnten Konsens, dass "letzte Einsatzzustände" ein vollkommen legitimes Erhaltungsziel sind und spätestens seit Ende der 80er Jahre auch Priorität genießen. Der Bereich Technik- und Verkehrsgeschichte hinkt der Entwicklung immer etwas hinterher, speziell das Deutsche Technikmuseum in Berlin war hier für den Bahnbereich seit den 1980er Jahren aber Vorreiter.

Die Erwartungshaltung der Besucher ist für die fachliche Ausrichtung ein eher schlechter Ratgeber. Es liegt im Wesen der Museen, daß sie den Besuchern Dinge zeigen, welche diese noch nicht kennen. Es muss halt offensiv erklärt werden, warum die Dinge in genau dieser Form gezeigt werden.

Du hast Recht, in Großbritannien wird kaum eine Lok im letzten Einsatzzustand gezeigt und das ist ziemlich problematisch. Die mir bekannten Fotos und Filme von britischen Feldbahnbetrieben zu echten Einsatzzeiten zeigen im Durchschnitt genau dieselbe Verteilung von Verschleiß-/"Patina"-Zuständen wie es auch im sonstigen Europa gewesen war bzw. bei den restlichen existierenden Feldbahnbetrieben noch immer ist. Was die britische Feldbahnszene in punkto äußerlichem Zustand der Fahrzeuge zeigt geht also an der geschichtlichen Realität ein ganzes Stück vorbei...


Viele Grüße

Mo
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BeitragThema: Re: Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941   Fabrikneue Lok mit leichten Lagerspuren – Jung 10237/1941 - Seite 4 EmptySo 16 Jun 2019, 22:14

Mo schrieb:
Zum einen, was bisher unerwähnt blieb, finde ich es aller Ehren wert, daß du hier das Aufarbeitungsziel offen und neutral in der Forumsöffentlichkeit zur Diskussion gestellt hast - auch auf die Gefahr hin, kontroverse Antworten zu bekommen.

Hallo zusammen,

zunächst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen, zumeist konstruktiven Antworten (insbesondere, wenn diese auch noch begründet sind)!

Ich fasse mal zusammen:
Im konkreten Fall haben sich ausgesprochen für
- optische Belassung: 4 Pers.
- opt. Absetzen der Neuteile: 1,5 Pers.
- opt. Aufarbeitung in Denkmal/Werksfarben unter Belassung der Betriebsspuren: 4 Pers.
- opt. Aufarbeitung in Auslieferungszustand: 5 Pers.

Das ist sicher nicht repräsentativ, interessanter finde ich die Argumente:
optische Belassung
+ Geschichte bewahren
+ möglichst viel Substanz erhalten
+ Fundzustand bewahren
- weit weg von tatsächlichem Betriebszustand -> vergammelt

opt. Absetzen der Neuteile
+ Substanzverlust nachvollziehbar machen

opt. Aufarbeitung in Denkmal/Werksfarben unter Belassung der Betriebsspuren
+ "Authentische" Instandsetzung
+ Identität bewahren
- kein Bezug zur Lok

opt. Aufarbeitung in Auslieferungszustand
+ keine andere Geschichte
+ zu viel Substanz verloren
- weit weg von tatsächlichem Betriebszustand
- eine von vielen
-> Bezüglich des Führerhauses gäbe es ja noch das Modell Chemnitz: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Niederbayer schrieb:
Warum sie nicht einfach genau so erhalten wie sie gefunden wurde? Ich würde es mal als Patina 2.0 bezeichnen
Weil sie leider auseinanderfällt! Beim letzten Rangieren wäre beinahe die Rückwand von der Lok gefallen. Die Siemens-Lufthaken greifen leider nicht mehr.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich mit dem Ergebnis anfangen werde. Ihr werdet es aber sicher zu gegebener Zeit erfahren.
Wer sich die Lok noch mal "unangetastet" anschauen will: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
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