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 Deutschen Feldbahnen in der Südsee?

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zombie70
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BeitragThema: Deutschen Feldbahnen in der Südsee?    Fr 29 Dez 2017, 23:34

Wie ich schon in meinem Namibiabeitrag angekündigt habe, möchte ich in den kommenden Jahren sämtliche deutschen Kolonien bereisen, mit besonderem Blick auf die Eisenbahnen, aber natürlich eben auch unserer Kolonialgeschichte, den Baulichkeiten etc.! Nun gab es in Kaiser Wilhelm Land, Deutsch Neu Guinea und Samoa nicht soviel an (Feld)Bahnen! Einiges wurde hier schon näher beleuchtet, vieles bleibt unklar. Auch ist eine Reise dahin nicht dieses Jahr geplant, aber definitiv vorgesehen in einem absehbaren Zeitraum! Wichtig ist mir dort möglichst noch deutsche Eisenbahnrelikte zu dokumentieren, falls da irgendwas noch überebt hat und eben vorzuplanen. Im Land der Kannibalen und vor allem der wunderbar trashigen 70er Jahre Kannibalenfilme ist eben Urwald und da wird vieles zugedeckt und schnell unsichtbar! Leider eben anders als im "Wüstenstaat" Namibia. Das zweite Problem warum ich Eure Hilfe brauche ist der 2. Weltkrieg und die Japaner. Dort wurde sehr viel von den ohnehin wenigen deutschen Spuren durch Kriegseinwirkungen vernichtet. Deshalb fasse ich hier mal das zusammen, was ich selbst zusammentragen konnte, um langfristig eine lhnenswerte Reise dahin zu unternehmen. Ich bin für jeden Tipp aufgeschlossen.

Hier war ja mal ein wunderschöner Beitrag über den Phosphatabbau in Nauru erschienen, hier nochmal eine gut gemachte Wikipediaseite mit Streckenplan: https://en.wikipedia.org/wiki/Rail_transport_in_Nauru
Ob da noch von den bis vor einigen Jahren betriebenen Werksbahnen irgendwas deutsch ist lasse ich mal dahingestellt. Ich vermute aber eher nicht und die Insel ist auch nicht Hauptziel. Aber ich bin dennoch für jede Schandtat offen.

Feldbahnen waren meist Ochsenbahnen und wie hier schonmal erörtert kaum lokbetrieben. Hier mal zwei Abbildungen die ich mal gefunden habe.





Rabaul ist von den Japanern ziemlich zerstört worden, ob da noch was ist, ist eher unwahrscheinlich. Die Astrolabe Bai ist übrigens u.a. am Friedrich-Wilhelms-Hafen (Madang) und zeigt deutlich die dürftige Ausstattung der Ochsenbahn. Madang ist Kernziel der Reise, da man von dort auch ein Ziel ansteuern kann das recht vielversprechend ist, nämlich Stephansort! https://de.wikipedia.org/wiki/Stephansort (Dort ist auch noch ein Bahnbild verlinkt!)
Dieser nur etwa 30km entfernte, einst wichtige Hafenort wurde nach dem zweiten Weltkrieg aufgegeben. Leider findet man nichts über die Überreste heutzutage im Dschungel. Da aber anscheinend keine Probleme der Einheimischen bestanden selbst komplettes japanisches Kriegsgerät wie Panzer, Schiffe, Geschütze etc. sich selbst zu überlassen, daß bis heute herumsteht ist es denkbar das dort noch immer vielleicht Gleisanlagen oder ähnliches sichtbar sind, abgesehen von den nicht minder intreressanten Hinterlassenschaften der Japaner!
Hat von Euch mal irgendjemand was davon gehört wie es da jetzt aussieht?? Gibt es von dort aussagekräftiges Kartenmaterial um ggf. Trassen wiederzufinden u.s.w.? Kennt jemand das Buch "End of the Line: A History of Railways in Papua New Guinea" University of Papua New Guinea 1997 ? https://books.google.de/books/about/End_of_the_Line.html?id=SBhRAQAAIAAJ&redir_esc=y
SEHENSWERTE AUSZÜGE AUS DIESEM BUCH sind hier zu finden: http://www.pngbuai.com/300socialsciences/transport/railway-history/EOL-rail-history/EOL-mckillop&pearon-book.html#toc

Ich weiß, Fragen über Fragen.. Meine Idee wäre es Samoa und Deutsch Neu Guinea zu verbinden in einer Reise. Und meine Hoffnung ist trotz der schlechten Ausgangslage doch ein wenig deutsche Feldbahngeschichte dem Vergessen zu entreißen und das eine oder andere dokumentieren zu können. Smile

Gruß, zombie.



Zuletzt von zombie70 am Sa 30 Dez 2017, 08:43 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Deutschen Feldbahnen in der Südsee?    Fr 29 Dez 2017, 23:43

PS: Hier nochmal die Eisenbahnliste Papua Neuguineas aus dem Buch, vielleicht hat jemand da weiterführende Informationen dazu Wink

http://www.pngbuai.com/300socialsciences/transport/railway-history/EOL-rail-history/EOL-PDF/RAILLST.pdf
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BeitragThema: Re: Deutschen Feldbahnen in der Südsee?    Di 02 Jan 2018, 16:48

Hallo,

Für Außenstehende ist folgende Karte interessant:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/%C3%9Cbersicht_Der_Deutschen_Besitzungen_im_Stillen_Ozean.jpg

Ich will deinen Enthusiasmus nicht bremsen, aber der Mix aus der kurzen Kolonialperiode, der geringen wirtschaftlichen Bedeutung, der einfachen Bauweise, dem nachfolgenden Zweiten Weltkrieg und dem Klima hat 100 Jahre nach Ende der deutschen Kolonialzeit kaum Überreste bestehen lassen. Mit Namibia ist dies nicht zu vergleichen, es gibt z.B. keine deutschen Festungen im Pazifik.

Trotzdem wäre es doch einen Versuch wert mögliche infrastrukturellen Reste der deutschen Kolonialzeit aufzulisten.

Ich konnte 2016 mit Palau und Angaur eines der Gebiete besuchen. Deutsche Architektur gibt es dort keine mehr. An die deutsche Kolonialzeit erinnert ein, in das Korallengestein gesprengter, Kanal über den Frachtschiffe direkt von Koror zur Phosphatinsel Angaur fahren konnten. Man kann ihn vom Flugzeug aus sehen, er ist beliebter Tauchspot und wird "German Channel" genannt.
Auf der Phosphatinsel Angaur, deren wirtschaftliche Bedeutung für Deutsch-Neuguinea beachtlich war, erinnert kein Gebäude an die deutsche Kolonialzeit. Im Hafenbecken lag neben japanischen Dieselloks noch der Rest eines vmtl. deutsche Dampflokkessels, ob die 1-2 erhaltenen Lorenachsen deutschen oder japanischen Ursprungs sind ist nicht bekannt.

Ein paar Bilder aus der deutschen Kolonialzeit finden sich hier:
http://www.pacificworlds.com/palau/visitors/colony.cfm (oben rechts kann unter "Execercises" kann man weitere Beiträge zum Thema auswählen.

Grüße
phi
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zombie70
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BeitragThema: Re: Deutschen Feldbahnen in der Südsee?    Mo 08 Jan 2018, 17:01

Vielen Dank Phi für Deine Antwort! Angeblich soll es auf Angaur noch eine deutsche Phosphatsortieranlage geben habe ich irgendwo gelesen, leider ohne Bildbeleg. Ist Dir da was aufgefallen?
PS: Ja es wird schwierig. Wenn ich mir alleine die geringe deutsche Besiedling da ansehe (damals im Promillebereich) wird es nicht viel geben.
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