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 räder aufschweißen

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Carsten Lücke
Feldbahnlokbeifahrer


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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Fr 12 Dez 2008, 07:12

Die Schäden sind eindeutig Abdrücke der Futterbacken von der Drehbank, auf der die Achse zum Nachdrehen des Radprofiles
aufgespannt worden ist.

Wie es scheint, ist die Achse im Futter etwas durchgerutscht.
Das passiert, wenn der Drehstahl sich im Werkstück einhakt
oder mit zu großer Spantiefe bzw. Vorschub gearbeitet wird.
Dann überträgt das Futter das Drehmoment nicht mehr sicher
und die Welle verdreht sich etwas, wobei diese typischen Beschädigungen entstehen.

Das läßt sich, wie ich schon mal geschrieben habe, durch passend ausgedrehte Weichbacken oder durch das Unterlegen von Alu-oder Kupferblech zwischen Futterbacke und Werkstück verhindern.

Auf einer großen speziellen Radsatzdrehmaschine wie sie in Eisenbahn-Ausbesserungswerken benutzt wird die Achse zwischen zwei Zentrierspitzen aufgenommen.
Dafür sind die Zentrierbohrungen in der Stirnseite der Achswelle vorhanden.
Das garantiert einen genauen Rundlauf des Radprofils zur Achslagerfläche und Beschädigungen sind ausgeschlossen.

Gruß

Carsten
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Wasserwirbelbremse
Lorenbremser


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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Sa 13 Dez 2008, 00:13

Hallo zusammen,

zu den hochgradig vergewaltigten Henschel-Achsen kann man eigentlich nur eins sagen, lieblos und mal auf die Schnelle übergenudelt und dann "Hoppala..."

Eigentlich läßt sich fast jede größere Drehbank nach abnehmen den Futters mit einer Zentrierspietze ausrüsten und damit der entstandene Schaden vermeiden. Es müssen nicht zwingend große spezielle Radsatzdrehbänke sein. Man muß es, wie so oft im Leben "nur mal" machen. Futter runter und dann noch einen passenden Antriebsmitnehmer adaptieren und los.
Radsatzbearbeitung in den Zentrierbohrungen minimert wie oben schon geschrieben erheblich Rundlauffehler und sollte eigentlich immer die gewählte Lösung sein.
Bei der Gelegenheit kann man dann gleichmal den Rundlauf der Achslagerflächen prüfen, speziell bei Stangengetrieben Loks. Die haben sich meist, durch die hin und hergehenden Massen der Stangen, einen 2 bis 3 Zehntel starken Verschleiß "erfahren" und eiern dann entsprechend...

Viele Grüße
Robert
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Gast
Gast



BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 07:15

Hallo zusammen,

wir hatten bei unserer Ns2 einen scharf gelaufenen Spurkranz.
Nach einholen verschiedener Angebote haben wir uns für das Dampflokwerk Meinigen entschieden und ich kann sagen das die Entscheidung richtig war. Top Qualität und der Preis hat auch gestimmt. Dazu gab es noch eine Betriebsbesichtigung für die Kinder unserer Parkbahn.

Gruß Kay Steiner
Parkeisenbahn Plauen
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Frank
Feldbahnspezialist


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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 09:11

Auch ich habe die Achsen meiner EL110 in Meiningen machen lassen. Der Preis von 1.740 EUR (Brutto) klingt erschreckend hoch, jedoch muss dazu wissen, was die Jungs gemacht haben: Die eine aufgeschweisste Bandage wurde runtergenommen, alle Spurkränze und Laufflächen runtergedreht, in etlichen Lagen neu aufgeschweisst und völlig neu profiliert. Das Ergebnis ist absolut perfekt:

Vorher:


Nachher:



Bei Abholung der Achsen war man etwas geknickt, denn der vorher ausgemachte Festpreis (s.o.) hat die Kosten der Aufarbeitung keinesfalls abgedeckt. Mir konnte das zum Glück egal sein...

Viele Grüße, Frank.
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Carsten Lücke
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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 12:25

Hallo zusammen,

also das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Meiner Meinung nach ist der Preis, wenn man bedenkt das es vier instandgesetzte Radkörper sind und den geleisteten Arbeitsaufwand pro Rad sieht, nicht einmal hoch.

Viele Grüsse

Carsten
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uhlenhooker
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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 18:53

Hallo,

naja, so gut sehen die Laufflächen auch nicht aus. Zumindest im Bereich der Radien und der Spurkränze wurde ganz schön "geschrubbt". Und wer hat den Lagerzapfen so beschädigt?

Übrigens, die Aussage, Teuer = Gut, trifft heutzutage leider nicht mehr zu.

Meine

Viele Grüße,
Reinhard
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Frank
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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 20:04

Hallo Uhlenhooker,

auf den Lagerzapfen sind nur die Rest vom Klebeband. In Meiningen nimmt man Achsen generell auf zwei Spitzen. Die optischen "Riefen" von <0,01 mm sind nicht der Rede wert und tun der Sache keinen Abbruch. Sie sind nicht mal fühlbar gewesen. Kurz: Auf die Meininger Arbeit lasse ich nichts kommen!

Gruß, Frank.
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Carsten Lücke
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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 20:39

Hallo zusammen,

das Thema "Überholung von Rädern" scheint sich ja zu einem Dauerbrenner auszuweiten.

Die Arbeit aus Meiningen ist sicher erste Sahne, da braucht man auch keine "geschruppten" Flächen herbei zu reden.
Dazu muß man natürlich sagen, daß die Kollegen aus Thüringen, was solche Arbeiten angeht, natürlich in der obersten Liga spielen.

Aber das soll die anderen Anbieter wie die Firma Harms auf keinen Fall abwerten.
Schließlich haben wir alle bereits gelesen, daß andere Hobbykollegen zur vollen Zufriedenheit bedient wurden.

Die Sache mit den Zapfen ist blöd gelaufen, keine Frage.
Aber so etwas passiert, das kann ich nach 20 Jahren als Dreher bestätigen.

Was die Firma Harms allerdings disqualifiziert
-und da gibt es ja wohl nichts zu diskutieren-, ist die reichlich seltsame Art mit Reklamationen umzugehen.
Die Geschäftsverbindung in solch einem Fall abzubrechen ist ja wohl reichlich seltsam.
Dieses Verhalten kann ich überhaupt nicht verstehen.

Gruß

Carsten
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Maschinist
Museumsbahndirektor


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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Do 18 Dez 2008, 21:33

Mahlzeit,

am Spurkranz sind leichte Rattermarken zu sehen, die beim Drehen mit Formstählen (Radienformstahl) entstanden sein könnten.

Das ist vielleicht optisch nicht ganz so schön, aber beeinträchtigt keineswegs die Funktion. Nach den ersten paar engen Bögen hat sich das sowieso erledigt.

Auf jeden Fall gute Arbeit, der Preis stimmt auch.

Gruß Sven
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Frank
Feldbahnspezialist


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BeitragThema: Re: räder aufschweißen   Fr 19 Dez 2008, 08:39

Hallo allerseits,

vielleicht mal noch etwas zur Hintergrundgeschichte, warum ich die Achsen ausgerechnet in Meiningen habe machen lassen:

Ich war auf der Suche nach dem günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis. Obendrein wollte ich noch Sicherheit in Bezug auf den Endpreis. Angefragt hatte ich bei folgenden Firmen:

- Thyssen-Krupp Industrieservice Brieske (ex. Tagebau-Lokwerkstatt)
- Harms, Bremen
- MaLoWa, Benndorf
- Meiningen
- Interlok Schneidemühl (Polen)

Kein Angebot abgegeben hatte trotz mehrfacher Nachfrage MaLoWa.

Harms behauptete allen Ernstes, dass sie die Achsen nicht abgedreht bekämen.

Schneidemühl nannte bei jeder Nachfrage einen neuen Preis (Spanne von 800 bis 2.000 EUR), ohne dabei mal definieren zu können, was sie genau machen wollten und wo der Unterschied zwischen den "Angeboten" her käme. Beim letzten Angebot von 1.500 EUR + Materialkosten (wobei man mir mitteilte, ich müsste ggf. neue Radscheiben anliefern) habe ich aufgegeben.

Brieske war wirklich gut, kompetent und lag nur wenig über den Meiningern. Für 2.500 EUR boten sie sogar an, komplett neue Radscheiben zu drehen und aufzuziehen (Material inklusive).

Meiningen hatte einfach den besten Preis, was in Verbindung mit der Reputation den Ausschlag gab.


Soweit mal ein paar Fakten als Entscheidungshilfe für ähnlich gelagerte Fälle. Man muss dazu noch mal drauf hinweisen, dass die Achsen wirklich außergewöhnlich stark abgefahren und völlig fertig waren (siehe Bild).

Viele Grüße, Frank.
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