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 Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau

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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    So 24 Feb 2019, 12:33

Mahlzeit!

@ Christian: Danke für die Anerkennung auch an deinen Bekannten, allerdings bin ich hier unabkömmlich Wink

@ Gerd: Es freut mich das zu lesen, ich werde mich bemühen in dem Stile weiter zu berichten. In der Vergangenheit habe ich schon einige schwierige Aufgaben durch Recherche in derartigen Bauberichten anderer Projekte lösen können.


Hier noch ein paar bewegte Bilder vom Gewindedrehen:



Gruß Sven
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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    Do 07 März 2019, 10:01



Mahlzeit!

Die Arbeiten am Speiseventile geht weiter. Der Rückschlagventilkörper wurde aufgelötet und überarbeitet. Am Gehäuse wurden die Dichtflächen überdreht.
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Der Ventilkörper des Rückschlagventils besaß mehr als 1 mm Spiel in der Verschraubung und musste daher an den Führungsflügeln aufgelötet werden.
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Das Auflöten der Führungsflächen war mit dem einfachen Kartuschenbrenner nicht ganz einfach, da die Flamme ziemlich groß ist und sich schlecht regulieren lässt. Da muss in Zukunft bessere Ausrüstung her.
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Letztlich hat das Auflöten funktioniert, wenngleich damit kein Preis für Ästhetik gewonnen werden kann.
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Im Ultraschallbad wird das Ventil anschließend gereinigt.
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Das gereinigte Ventil ist bereit zur mechanischen Bearbeitung.
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Die Führungsfläche wird auf die ISO-Passung 26 a11 gedreht und ergibt dann in Kombination mit der H11-Bohrung in der Ventilverschraubung das notwendige Spiel, entsprechend den vorhandenen Zeichnungsangegaben.

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In der gleichen Aufspannung wird auch die Dichtfläche überdreht.

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Die Rückseite wurde ebenfalls überdreht.

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Auf der Fräse wurde anschließend das überschüssige Hartlot an den Seitenflächen der Flügel abgetragen, um die Strömungsverhältnisse zu verbessern.
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Wegen der kurzen Spannfläche am Ventilkopf ist das Gegenhalten mit dem Reitstock notwendig.
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Auf der Oberseite wurde anschließend noch ein Schlitz eingefräst, um das Ventil besser einschleifen zu können.
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Nun lässt sich das Ventil auch mit einem Schraubendreher antreiben, was später im Betrieb das Einschleifen unter Dampf (bei geschlossener Ventilspindel) ermöglicht, ohne dass der Einsatz demontiert werden muss.

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Der Hubfänger wurden an der Dichtfläche und der schräg abgenutzen Stirnfläche überdreht, um eine saubere Kontaktfläche beim Öffnen des Ventils zu erhalten.
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Ventil und Einsatz sich fertig überarbeitet.
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Die restlichen Einzelteile des Ventils werden Stück für Stück aufgearbeitet.
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Kürzlich konnte ich einen großen Posten neuwertiger Rohrwalzen übernehmen, zumindest eine davon passt zu den Heizrohren der Lok.
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Die Lok wartet nun auf die aufgearbeiteten Speiseventile. Anschließend werden weitere Armaturen aufgearbeitet.

Gruß Sven
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Marian Sommer
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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    Do 07 März 2019, 10:05

Hallo Sven,

sag' mal, ein Teil der Rohre in der Rauchkammer sind umgebördelt oder eingeschweißt, weißt Du warum? Viele Grüße,
Marian.
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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    Do 07 März 2019, 10:38

Hallo Marian,

der Kessel hat ab Werk 73 Heizrohre mit 38 mm Durchmesser und 2,5 mm Wandstärke und 4 sogenannte Ankerrohre gleichen Durchmessers, jedoch mit 4 mm Wandstärke, die an beiden Enden gebördelt waren. Sie sollen dem Schutz der Rohrwände vor Ausbeulung dienen. Bei 20 bzw. 22 mm Wandstärke sind sie jedoch mehr als "Angstrohre" zu verstehen. Da sie jedoch in der Kesselgenehmigungszeichnung eingetragen sind, hat man sie beim Rohrwechsel immer wieder in gleicher Art eingebaut.

Gruß Sven
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Marian Sommer
Dampflokheizer


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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    Do 07 März 2019, 11:30

Danke, ich hatte mir sowas schon gedacht. Ja, Angstrohre ist richtig... Viele Grüße,

Marian.
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BeitragThema: Re: Aufarbeitung der Jung Hilax 8293/1938 bei der Waldeisenbahn Muskau    Gestern um 10:42



Mahlzeit!

Nun folgt der Bericht über die Aufarbeitung des zweiten Speiseventils.

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Als ersten Schritt wurde das Ventil komplett zerlegt und gereinigt. Wie auch das linke Speiseventil stammt es von einer der Krauss-Loks der Fa. Halbach und wurde spätestens Anfang der 60er Jahre an die JUNG angebaut. Es handelt sich dabei um eine spätere Fertigung mit einfacherer Gehäusegestaltung ohne bearbeitete Außenflächen. Auch die Spindel des Absperrventils besitzt nur ein eingängiges Gewinde.

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Die alte Spindel machte oberflächlich einen guten Eindruck. Nur im Bereich der Stopfbuchse waren Abzehrungen vorhanden. Beim Versuch den Bereich zum Auflöten vorzuwärmen, kam aus zahlreichen Poren und kleinen Rissen Graphit gequollen. Offenbar wurde die Spindel in der Vergangenheit bereits aufgelötet. Eine Aufarbeitung der Spindel wurde daher verworfen.

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Die neue Spindel wurde aus Rg7 vorgedreht.

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Die Kontur ist gedreht, im nächsten Schritt war das Rechteckgewinde zu drehen. Im Gegensatz zur ersten Spindel, war diesmal ein eingängiges Gewinde mit 6 G/1" und 20 mm Außendurchmesser zu drehen.

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Das fertige Gewinde. Die Spindel ist zum fertigdrehen des abgestochenen Endes gedreht wurden.

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Probeweiser Zusammenbau mit dem Einsatz.

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Alt und neu im direkten Vergleich.

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Nun war der Vierkant für das Handrad zu fräsen.

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Da das Gehäuse aus späterer Fertigung als das linke Ventil stammt und keine bearbeiteten Außenflächen besitzt, die sich zum Spannen eignen, musste ein Spanndorn angefertigt werden. Hier wird gerade das Krauss-typische Gewinde mit 11G/1" Steigung gedreht.

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Der Spanndorn erhielt zudem eine geriebene Bohrung für die Aufnahme einer Ventilfrässpindel.

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Zunächst wird die Linsendichtung des Gehäuses überdreht.

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Die restlichen Dichtflächen müssen zum Bearbeiten sauber ausgerichtet werden. Der Spanndorn passt zum Glück in alle Gewinde des Gehäuses.

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Die Innenfläche der Bohrung im Dorn dient ebenfalls als Referenzfläche für das Ausrichten.

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Die Flächen sind fertig bearbeitet.

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Der Ventilfräser ist zusammengebaut. Zunächst wurde die Oberfläche des Sitzes leicht abgefräst, damit die im Anschluss zu bearbeitende Dichtfläche nicht zu breit wird.

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Bearbeiten der Dichtfläche mit dem Ventilfräser.

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Nun wird auch der überdrehte Kegel des Absperrventils mit Hilfe des Spanndorns eingeschliffen.

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Der Gewindeeinsatz wurde an seiner Dichtfläche überdreht.

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Nun kann der Ventileinsatz fertig zusammengebaut werden.

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Die Führungsflächen des Ventilkegels sind aufgelötet, wie schon beim linken Ventil war zu viel Spiel vorhanden.

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Nach der mechanischen Bearbeitung wurde der Kegel eingeschliffen.

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Vor dem endgültigen Zusammenbau müssen die Kupferdichtungen frisch ausgeglüht werden, um das Material weich zu machen.

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Als Trennmittel gegen das Festbrennen wird Graphitpaste verwendet.
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Der Drehdorn wurde für die spätere Wiederverwendung entsprechend gekennzeichnet.

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Das fertige Speiseventil mit Blick auf das Rückschlagventil.

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Wie auch schon beim ersten Ventil wurden nur die für die technische Funktion notwendigen Arbeiten ausgeführt, um den optischen Zustand zu erhalten.

Damit ist die Aufarbeitung der Speiseventile abgeschlossen. Beim nächsten Aufenthalt in Weißwasser werden die Dichtflächen der Kesselflansche noch überarbeitet und die Ventile anschließend angebaut.

Gruß Sven
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