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 Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)

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Blix
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Mi 24 Jun 2015, 01:42

Hallo Leute,

sehr schön das auch diese WEM Lok so langsam wieder auf die Beine kommt. Ich hoffe sie wird dann wieder mal länger in Betrieb sein, aber ich denke die Chancen dafür stehen ganz gut.

Wie Sven schon richtig schrieb wurde die Lok zwar nie offiziell von der Reichsbahn übernommen, wurde von dieser aber unterhalten und eingesetzt. Wobei es mir aber nicht klar ist ob die Lok nicht übernommen wurde weil kein Bedarf mehr bestand oder die Lok auf Weisung von "oben" abgegeben werden musste. Wobei letzteres wohl am wahrscheinlichsten ist da es ziemlich unlogisch erscheint Anfang der 50iger Jahre, also in der Hochzeit der WEM als teilweise im 3-Schicht Betrieb gefahren wurde, eine Brigadelok abzugeben und man gleichzeitig auch noch den Einzelgänger 99 3301 im Bestand hatte. Die Schilder sehen tatsächlich so aus als wären sie in Krauschwitz hergestellt wurden, was ja auch ziemlich logisch wäre. Das einzig mir bekannte Bild der Lok im WEM Einsatz hab ich grade nicht zur Hand, und kann daher grade nicht sagen ob die Lok die Gattungsschilder da auch schon getragen hat. Ich glaube mich aber dunkel zu erinnern das sie da noch ihre HF Nummer getragen hat. Auch wirkt die Lok dort sehr hell, weshalb man davon ausgeht das die Lok zu diesem Zeitpunkt komplett grün war. Ob die schwarz-rote Lackierung auch erst im Zuge des Pionierbahneinsatzes aufgebracht wurde oder doch schon eher ist auch so eine Frage. An sich bleibt aber zu sagen das die Lok als sie nach Cottbus ging von der Beschriftung abgesehen wie eine reinrassige WEM Dampflok aussah. Leider hat die Lok im laufe der Zeit ziemlich viel von diesen typischen Merkmalen verloren und wurde Parkbahntypisch immer mehr verkitscht.

Und an sich bin ich auch kein Freund von solchen Phantasienummern, auch wenn sie schon 60 Jahre alt sind. Wenn man schon die Reichsbahn nachstellen will wäre doch auch eine passende Nummer ganz praktisch. Und den Fahrgästen ist es auch total egal ob dort nun eine reine Phantasienummer oder doch eine mit mehr Realitätsbezug dran steht. Das ist heute so und das war s auch schon vor 60 Jahren. Ich bin ja dafür mal über 99 3320 nachzudenken..... Wink

MfG Felix
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Mi 24 Jun 2015, 07:39

Hallo Felix,

danke für deinen Beitrag! Mit dem neuen Kessel wird der Betrieb der Lok hoffentlich auf Jahrzehnte gesichert, die Investition seitens Cottbusverkehr ist nicht unerheblich und wir sind sehr froh, dass dieser Vorschlag finanziert wird. Ich möchte auch mit ein bisschen Stolz sagen, dass dank intensiver Beschäftigung mit dem Thema, der Kessel konstruktiv und materiell von einer sehr hohen Qualität ist.

Es ist wirklich ein wenig absurd, dass einerseits Loks als Reparationsleistung in die UdSSR gingen (z.B. Elefant), andererseits aber im 2. WK rückgeführte Loks (wie die HF 2257) in der DDR blieben. Aus meiner Sicht hat sich die Umsetzung der Lok zur Pioniereisenbahn 1954 aber voll gelohnt ;-)

Ich denke, du meinst ein Bild aus dem Kenning-Buch zur WEM, welches laut Bildunterschrift die Lok vor ihrer Cottbuser Zeit bei der WEM zeigen soll. Dabei handelt es sich aber um die HF 1709, welche 1945 als Reparation weg ging. Am Wasserkasten ist eine mit 17.. beginnenden HF-Nummer zu sehen, es kann also nicht die spätere Cottbuserin sein, diese hieß ja HF 2257. Die helle Farbe wird doch eher ein Feldgrau sein, oder lackierte die WEM ihre Brigadeloks in grün um? Ein Foto der HF 2257 vor 1954 scheint es nicht zu geben, auch ist unbekannt, wo sie vor 1945 fuhr.

Beim heutigen Zustand der Lok von Kitsch zu sprechen, ist vielleicht Geschmackssache, aber eigentlich nicht ganz fair. Die Ausrüstung z.B. mit Turbogenerator-Beleuchtung war eine Maßnahme, welche die DR bei fast allen Schmalspurdampfloks durchführte. Der Schornstein wurde nach der Kürzung (wegen Brückendurchfahrt) schon vor einiger Zeit wieder in den Zustand eines originalen Rose-Funkenfängers zurückgebaut. Zierlinien und weiße Fensterrahmen wie in den 80ern wird es nicht mehr geben. Und die Beschilderung, wie gesagt, nun annährend im 60er Jahre-Zustand. Ist das Kitsch?

Mittlerweile 61 Jahre PE-Geschichte sind der überwiegende Teil des Loklebens und damit prägend. Deswegen passt die 99 0001 schon sehr gut (der Lausitzer Dampflokclub hat übrigens auch eine V60 001 im Bestand ;-) Nebenbei bemerkt (weil du 99 3320 vorschlägst), gab es denn eine 99 3319? Ich würde mir aber sehr wünschen, dass die 99 0001 als Gast mal mit ihren zwei Schwestern auf der WEM um die Wette dampfen kann.

Viele Grüße,
Christian
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Mi 24 Jun 2015, 08:59

Mahlzeit!

Auf besagtem Foto ist zumindest eine Brigadelok zu sehen, die Ausstattungsmerkmale um 1950, auf jeden Fall vor der Reichsbahnzeit, aufweist. Damit scheidet nach meiner Meinung die 1709 aus, die im Sommer 1945 schon nach Osten verbracht wurde. Auffällig ist der Flicken(?) am Wasserkasten und der Fakt, dass der Querträger unter der Rauchkammer ein U-Profil ist, während dies bei der 2257/1739 als L-Profil ausgeführt ist.

Zur Nummer würde ich das auch schon wie Christian sehen, die Lok hat 1954 die Nummer bekommen und damit die meiste Zeit ihres langen Lokomotivdaseins diese getragen. Das mir die Lok im Zustand der 50er Jahre besser gefällt als heute ist meine persönliche Ansicht. Angesichts der erheblichen Veränderungen im Laufe von 60 Jahren Einsatz in Cottbus würde ein Rückbau aber wenig Sinn ergeben, anders als bei der 99 3301 Wink

Auf jeden Fall freue ich mich auf eine erfolgreiche Wiederinbetriebnahme!

Gruß Sven
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Blix
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Do 25 Jun 2015, 03:23

Hallo Christian,

keine Angst wenn man bedenkt aus welchem Hause sie stammt bin ich mir sicher das die Konstruktion des Kessels hervorragend ist. Wink

Nun gut das kann man schon eher erklären. 1945, also direkt nach dem Krieg, musste die damalige Graf Arnimsche Kleinbahn als Privatbetrieb Reparationen leisten, worunter dann eben auch die ganzen Loks gefallen sind. Die Loks die dann später wieder neu dazu gekommen sind standen zu diesem Zeitpunkt ja irgendwo als Wracks rum und wurden erst ab 1948 aufgrund des Lokmangels im RAW Chemnitz reaktiviert. Zum Zeitpunkt der Reparationen gab es ja noch gar keine Verbindung zwischen der WEM und den 4 Rückführloks.

Genau das Bild meine ich. Aber wie gesagt da ich das Buch grade nicht zur Hand habe kann ich da nur aus der Erinnerung sprechen. Das Aufnahmedatum spricht aber ganz klar gegen die 1709. Nach Svens Hinweisen muss ich mir das aber wirklich nochmal näher zu Gemüte führen, mal sehen vielleicht bekommt man doch noch raus welche Lok da zu sehen ist. Was die Farbe angeht ist das so eine Sache und aus solchen Bildern schwer raus zu lesen. Auf jeden fall fällt auf das die Lok viel heller ist als eine typische schwarz-rote Brigadelok. Das originale HF grau schließe ich aber eigentlich aus. Ich glaube kaum das die Lok zu dem Zeitpunkt noch ihre original Farbe besessen hat, grade wenn man bedenkt was für Umbauten sie auf dem Bild schon aufweist. Die Sache mit dem grün soll ja wohl auch aus Erzählungen von alten Waldbahnern stammen, aber so genau weiß das auch keiner.

Doch ich denke schon dass das fair ist, grade wenn man bedenkt wie die Lok grade in den 80igern rum gefahren ist. Ich hab ja nicht gesagt das man sich in letzter Zeit keine Mühe gegeben hat da einiges zu korrigieren. Aber grade die Beleuchtungseinrichung mit den riesen großen Regelspurigen Loklaternen entstellen die Lok doch erheblich. Und grade bei dem Punkt muss man sagen das die Lok ja nicht von Anfang an so rum gefahren ist.

Nun jetzt könnte man natürlich auch anbringen das die Lok bei weitem nicht die ganze Zeit als 99 0001 lief. Wink Ja ich bin schon der Meinung das es eine 99 3319 gab bzw. gibt. Denn auch wenn die Lok dann als 99 3310 beschriftet wurde beruht das ganze ja nur auf einem Fehler, welcher erstaunlicherweise aber nie behoben wurde. Vorgesehen war aber auf jeden fall die Nummer 99 3319 für die Lok.
Das würde ich mir aber auf jeden fall auch sehr! Das ist wirklich schon eine halbe Ewigkeit her wo die Lok das letzte mal auf der WEM war. Müsste 1992 gewesen sein?!

Wie schon gesagt ich freue mich sehr das die Lok wieder in Betrieb geht, aber manche Sachen muss man halt mal ansprechen wenn es eh grade um die Lok geht. Wink

Viele Grüße
Felix
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Do 02 Jul 2015, 13:46

Hallo in die Runde,

Ich kann nicht genau sagen, welche Lok auf dem Bild zu sehen ist, aber bin mir 100% sicher, dass es nicht die spätere Cottbuser 99 0001 ist. Der Querträger unter der Rauchkammer (dort: U-Profil, Cottbus: L-Profil) und das fehlende Fabrikschild sprechen klar dagegen. Im Vergleich mit einem Bild der HF 1709 aus dem gleichen Buch, kann ich außer den WEM-typischen Umbauten wie Beleuchtung und Kobel keine konstruktiven Unterschiede entdecken. Und bei genauem Betrachten meine ich, die 1709 am Wasserkasten lesen zu können. Meines Wissens hat die WEM ihre Loks zwar nach Fabriknummern bezeichnet, diese aber nicht angeschrieben. HF-Nummern waren aber teilweise noch vorhanden.

Das mit der grünen Lackierung ist eine interessante, neue Information und die Erklärung zu den Reparationsloks und Heimkehrern leuchtet auch ein :-)

zu den Loklaternen ist zu sagen, dass bei der Reichsbahn auch die meisten Schmalspurloks, sogar auf der 600 mm-Spur, diesen Laternentyp trugen (siehe M.P.S.B.). Auch existieren Bilder mindestens einer anderen Brigadelok, welche die Lampen auf die gleiche Art vor den Wasserkästen angeordnet hatte. https://www.eurosprinter.com.pl/207,pl_kolej-waskotorowa-rogow-rawa-biala.html Und das es noch größer geht, sieht man an Polnischen Loks, wo teilweise der Abstand zwischen den Lampen kleiner ist als deren Durchmesser: http://www.tog-billeder.dk/fotos/polen/smalspor/wysoka-bialosliwie/3205-2-20a_T2-71%20rangerer%20i%20Bialosliwie_240574.jpg Ob das schön aussieht, sei dahingestellt, aber es ist historisch belegt. Der wichtigste Punkt, der von "klassischen" Museumsbahnern aber meist übersehen wird: Die Laternen geben der Lok ein lächelndes "Gesicht". Bei einer Bahn, die hauptsächlich für und mit Kindern fährt, ist das ein wichtiger Aspekt. Das wird auch deutlich, wenn man sich das alte Pionierbahnlogo anschaut:

Die kleine WEM-Lampe sieht nicht so freundlich aus. Daher werden die Laternen auf jeden Fall bleiben. Allerdings sind sie ja zumindest vorn abnehmbar, was zu entsprechenden Anlässen Raum für eine andere Gestaltung bietet.

Du hast recht, nach der Logik dürfte es keine 99 3310 geben, da mit der 99.331 ja eine neue Unterbaureihe beginnt, wobei es keine "Nuller"-Lok geben dürfte. Ein Fehler alter Tage... Warum die Diana (99 3312) mitten in der Nummerierung der Brigadeloks auftaucht, und nicht z.B. als 99 3321, habe ich auch nie verstanden.

Nebenbei bemerkt: Ist bekannt, ob die "Diana" 99 3312 mal für die PE Cotbus vorgesehen war? Wir besitzen nämlich schöne Papier-Tischdeckchen, die mit Cottbuser Attributen bedruckt sind (Spremberger Turm ect.) und wo ein stilisierter Pionierbahnzug von der Diana bespannt wird (an den Wasserkästen leicht zu erkennen). Kann bei Gelegenheit mal eins einscannen oder zum Waldbahnfest mitbringen)

Viele Grüße,
Christian
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Do 16 Jul 2015, 02:03

Hallo Christian,

ich hab das Buch nun auch endlich hier liegen und muss dir nun vollkommen recht geben. Auf dem Bild ist die Brigadelok 1709 zu sehen und nicht die heutige Cottbuser Lok. Damit stimmt aber auch die Jahresangabe überhaupt nicht. Das Bild ist wohl eher Ende der 30iger oder Anfang der 40iger Jahre entstanden und nicht erst um 1950. Das zeigt auch der Vergleich mit dem anderen Bild der 1709 eine Seite vorher, welches um 1930 entstanden sein soll. Man beachte da besonders die noch etwas andere Lampe.
Damit ist dann aber wohl auch leider kein Bild der Cottbuser Lok im Einsatz bei der WEM bekannt.

Also sich Beispiele für solche Lampen auf der ganzen Welt zusammen zu suchen und das dann als historischen Beweis für diese Lok anzuführen ist schon ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Ja na klar gab es Aufstecklampen bei der DR bzw. MPSB, aber eben nicht bei den dortigen Brigadeloks. Und die PKP als Beispiel heran zu ziehen finde ich auch lustig. Warum ist die Lok dann nicht grün mit roten Zierstreifen und hört auf irgendeine Bezeichnung die mit Tx anfängt? Also nein diese Lampen sind nicht historisch belegt und eine reine Parkbahnerfindung.
Und das die Lok damit ein "lachendes Gesicht" bekommt ist reine Einbildung von Parkbahnern die man sich immer wieder versucht einzureden. Den Kindern ist vollkommen egal ob die Lok dort vorn 3 Lampen hat oder nicht. Die Dampflok an sich ist das faszinierende. Und von Parkbahnern wird immer vollkommen übersehen das man die Chance hat den Kindern auch bissel Geschichte beizubringen, ihnen aber lieber irgendwelche Phantasiegebilde vorführt. Es ist wohl noch niemals vorgekommen das ein Kind eine Brigadelok nicht toll fand weil ihm die Lampen nicht gefallen haben.

Stimmt genau, diese Nummer hätte es im Reichsbahnsystem so nie geben dürfen. Das es beim um nummerieren Fehler gab hat es Anfang der 50iger ja öfters gegeben, aber das der Fehler auch später nie behoben wurde ist wirklich verwunderlich. Mit der Diana hast du auch recht. Hier wäre an sich auch eine extra Nummernreihe passend gewesen. Hier kann ich mir nur vorstellen das man bei der Nummernfestlegung einfach durch den Schuppen gegangen ist und nacheinander jeder Lok eine Nummer verpasst hat ohne sich mit den Maschinen genauer zu beschäftigen. Aber wie das genau gelaufen ist kann ich auch nicht sagen.

Ja die Parkeisenbahn Cottbus war eine von 4 Bahnen die praktisch schon die Zusage für die Lok bekommen hatten (Interessenten gab es wohl noch einige mehr). Daraufhin wurde dann schon das Logo in Cottbus heraus gebraucht. Hier zu sehen letztes Jahr bei der Jubiläumsfeier:



Aber ihr seit nicht die einzigen gewesen die da etwas vorschnell waren. Auch in Mühlenstroth gab es im Jahr 1977 einen Flyer auf dem die Diana mit Bild schon als neue Lok 6 angekündigt wurde. Das wurde dann aber bekanntermaßen die 99 3315.
Die Geschichten um den Verbleib der Lok sind ja sowieso weitere sehr merkwürdige Rätsel. Warum bekamen mehrere Bahnen fast gleichzeitig Zusagen für die Lok? Und warum wurde die Lok dann doch vor einem Modellbahnverein als Denkmal aufgestellt, anstatt für viele Devisen verkauft zu werden? Es gibt dazu zwar mehrere Theorien, aber keine wirklichen Beweise. Aber egal wie, zumindest aus meiner Sicht war es doch im Endeffekt gut das es so gekommen ist. Wink

Viele Grüße
Felix
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Do 16 Jul 2015, 09:41

Hallo Felix und die Anderen,

danke für deinen Beitrag, ich dachte immer, ich wäre der Einzige, der bei diesem Bild Zweifel hat. Der Unterschied zu dem Bild der HF 1709 eine Seite vorher ist korrekt, die Lampe wurde um die oberen Blendschute ergänzt oder nochmal getauscht. Damit ist diese Lampenform, wie sie die WEM-Loks bis zuletzt trugen, also schon vor 1945 üblich gewesen. Sollte doch nochmal ein Bild der späteren Cottbuser Lok auftauchen, würde ich mich rieseig freuen!

Ich glaube, in der Beleuchtungsfrage werden wir nicht einig ;-) Aber das macht ja nix, andere Meinungen sind vollkommen in Ordnung. Aus deiner Sicht als Waldeisenbahner kann ich es auch verstehen, aber die WEM war eben nicht die einzige Bahn, welche Brigadeloks im Einsatz hatte. Es ist ja gerade das Besondere an dieser Loktype, dass sie auf der ganzen Welt verstreut ist und auf unterschiedlichste Arten umgebaut wurde. Die Lampen sind ja noch das harmloseste. Schlepptender, andere Führerhäuser und sogar eine Meterspur-Brigadelok hat es gegeben. Vielleicht trug unsere Lok sogar mal eine Tx-Nummer oder war zumindest vor 1945 in Polen eingesetzt? Es ist sehr wahrscheinlich! Sicher sind die Aufstecklampen an dieser Lok eine Pionierbahn-Erfindung, ebenso wie die Akkulampen eine WEM-Erfindung und die Aufstecklampen anderer Schmalspurloks eine Reichsbahnerfindung sind. Aber was ist falsch daran? Die Brigadeloks der M.P.S.B. hätten bestimmt auch Aufstecklampen bekommen, wären sie nicht 1945 abtransportiert worden. Die WEM war gegenüber den anderen DR-Schmalspurbahnen ja immer etwas abweichend.

Der Hauptgrund für den Lampenumbau wird wohl in den Vorschriften der 1979 erschienen BOP liegen, und dass ein Spitzensignal mit drei Lampen eben Reichsbahnstandard war (an der sich die PE ja orientierte). Die Pionierbahn existierte ja aus dem Grund, den Kindern korrekten Bahnbetrieb beizubringen, wozu natürlich auch die Geschichte gehört. Das mit dem "freundlichen Lokgesicht" ist eine Nebenerscheinung, finde ich aber nicht so abwegig. Unsere Kinder bestätigen das und heutige Formgestalter der Automobilbranche nutzen das Prinzip sogar bei Erwachsenen aus. Autos mit Kulleraugen folgen dem "Kindchenschema" und lösen einen Beschützerinstinkt bei ihren Besitzer_Innen aus. Andere Marken setzen lieber auf den "bösen Blick", um cool zu wirken. Da ist schon was dran. Die Fastzination von Dampfloks allgemein steht ja außer Frage!

Ich gebe dir recht, dass man aufpassen muss, nicht den Blick auf die Geschichte zu verlieren, auch bei der Parkeisenbahn. Ich denke, wir sind da aber schon auf einem ganz guten Weg, auch mit (abnehmbaren!) Aufstecklampen. Das muss aber immer behutsam ablaufen und es sollte die Balance zwischen allen Aspekten gefunden werden. Jeder hat sein Konzept und seine Prioritäten. Die WEM erhält Ihre Geschichte, die Frankfurter z.B. wollten die 99 3313 eben als originale HF-Lok haben. Übrigens hat die 99 3313 das Fahrwerk der oben genannten HF 1709 ;-) Und die PE ist keine Museumsbahn, was aber nicht im Widerspruch zu historischen Fahrzeugen steht.

Die Informationen zur Diana sind ja spannend, vielen Dank! Dann erklärt sich das ja... Unsere Strecke sollte noch eine Erweiterung erfahren, vom Bf Friedenseiche in den Branitzer Park, zum Schloss! Der Hebel der Abzweigweiche befindet sich heute noch auf der Hebelbank des Stellwerks, ebenso wie das Blockfeld zum Bf Museum. Dazu kam es aber leider nie. Evt. wäre damit auch ein erweiterter Fahrzeugpark (Diana) begründbar gewesen. Warum es so kam, wie es kam, können Zeitzeugen vielleicht noch berichten? Finde es aber auch gut, dass die Lok letztendlich in Ihrer Heimat bleiben konnte und heute wieder genau dort dampft. Sie ist ja nun wirklich eine Ur-WEM-Lok. Hier noch das Deckchen mit dem kompletten Zug (Die Wagen sind noch zweiachsig, also könnte das mit 1977 hinkommen):





Viele Grüße,
Christian
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Fr 06 Nov 2015, 23:51



Hallo Kollegen und Interessierte,

es gibt mal wieder ein paar Neuigkeiten zur Aufarbeitung der HF 2257, habe das Bautagebuch um aktuelle Einträge ergänzt. Schaut doch mal rein! Mit etwas Glück kann der runderneuerte Heeresfeldbahndampfer in Parkbahndiensten mit dem Kessel Bj. 2015 bald seine ersten Schritte machen. Wenn es soweit ist, wird aber noch rechtzeitig informiert.

http://www.pe-cottbus.de/de/die-parkeisenbahn/fuhrpark/loks/dampflok-01-hu/bautagebuch.html


Foto zeigt Bauzustand am Stehkessel

Ich freue mich über Kommentare und Danke fürs Interesse.

Viele Grüße,
Christian
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Sa 07 Nov 2015, 06:43



Hallo Christian!

Schon zu sehen, das es bei euch vorrangig geht. Ich möchte euch nur auf einen kleinen Fehler hinweisen, der euch gefährlich werden kann.
Bitte dreht vor der Inbetriebnahme den Cardo-Wasserstand um. Die Grundplatte hat unten zu sein, nicht oben. Sie hält die Spannbacken des Glases. Wenn sich die Spannschrauben lösen, kann es im schlimmsten Fall bedeuten, dass euch im Betrieb der Wasserstand auseinander rutscht.

Gruß Steven
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BeitragThema: Re: Bautagebuch zur Aufarbeitung der Brigadelok 99 0001 (Parkeisenbahn Cottbus)   Sa 07 Nov 2015, 09:22

Hallo Steven,

danke für den Hinweis! Ich wollte es erst noch dazu schreiben, der Cardo-Wasserstandsanzeiger wird natürlich noch einmal um 180 Grad gedreht. Es ging nur darum, die Position des Glases festzulegen (gibt ja einen Festpunkt und ein verschiebliches Röhrchen zum Längenausgleich). Das war falsch herum angebaut. Das Foto dokumentiert nur die "ad-hoc-Änderung", wobei der Auftrag zum Tauschen der Anschlussstücken und nochmaligen Drehen erging. Am Ende wird es so aussehen, wie auf diesem Bild:



Viele Grüße,
Christian
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